Kim Jong Un reist über neue Yalu-Brücke zu kurzem Besuch nach China
Bild mit KI erstellt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist am Samstag über die neue Grenzbrücke nach Dandong gekommen und hat dort den chinesischen Spitzenpolitiker Wang Huning getroffen.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist am Samstag für einen kurzen Besuch nach China gereist. Er nahm dafür die neue Straßenbrücke über den Grenzfluss Yalu, der in Korea Amnok heißt, und kam in der chinesischen Grenzstadt Dandong an. Dort empfing ihn Wang Huning, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender des Nationalkomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes.
Gemeinsam besichtigten die beiden ein Automobilwerk. Laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap legten sie außerdem an einem Denkmal für den Koreakrieg einen Halt ein, um der gefallenen chinesischen Soldaten zu gedenken. Kim bedankte sich demnach für die langjährige Unterstützung aus Peking und will Freundschaft und praktische Zusammenarbeit vertiefen. Noch am selben Tag kehrte er nach Nordkorea zurück. Die nordkoreanischen Staatsmedien meldeten die Reise zunächst nicht.
Brücke nach Jahren der Verzögerung offen
Das Bauwerk zwischen Dandong und dem nordkoreanischen Sinuiju ist 3.026 Meter lang und hat vier Fahrspuren. China hatte rund 310 Millionen US-Dollar investiert, fertig war die Brücke schon 2014. Freigegeben wurde sie aber erst vergangene Woche, weil Nordkorea auf seiner Seite die Zufahrten und die Zollanlagen lange nicht fertiggestellt hatte. Laut der Nachrichtenagentur AP soll die Brücke rund um die Uhr in beide Richtungen befahrbar sein, auch für Container und schwere Lastwagen, und so den Handel zwischen den Ländern ankurbeln.
Sechste China-Reise seit 2011
Für Kim ist es die sechste Reise nach China, seit er 2011 an die Macht kam. Zuletzt war er im September 2025 in Peking, wo er eine Militärparade verfolgte. Chinas Staatschef Xi Jinping war im Juni in Pjöngjang. Der Termin liegt einen Tag vor dem 25. Oktober, an dem China an den Eintritt seiner Truppen in den Koreakrieg erinnert.
Nach Jahren, in denen Nordkorea vor allem auf Russland setzte und Tausende Soldaten zur Unterstützung des russischen Kriegs gegen die Ukraine schickte, rückt Kim nun wieder näher an Peking heran. Im November richtet China in Shenzhen den APEC-Gipfel aus, zu dem US-Präsident Donald Trump erwartet wird. Trump hat sich zu Gesprächen mit Kim bereit gezeigt, Pjöngjang ist darauf bisher nicht eingegangen. Der südkoreanische Geheimdienst schätzt laut AP die Chance auf ein Treffen der beiden am Rande des Gipfels auf 50 Prozent.
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