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Kulturpreise in St. Pölten ehren Kunstschaffende und Initiativen

Bei der 66. Verleihung wurden in acht Kategorien Preise vergeben. Der Sonderpreis würdigte künstlerische Leistungen in Tanz und Performance.

Am Donnerstagabend, 22. Oktober, fand die 66. Verleihung der niederösterreichischen Kulturpreise im Festspielhaus in St. Pölten statt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeichnete dabei 24 Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturinitiativen in acht Kategorien aus. Ein Sonderpreis galt künstlerischen Leistungen in Tanz und Performance.

In jeder Kategorie gab es einen Würdigungspreis, dotiert mit 13.000 Euro, sowie zwei Anerkennungspreise zu je 6.000 Euro. Die Kategorien waren Architektur, Bildende Kunst, Erwachsenenbildung, Literatur, Medienkunst – künstlerische Fotografie, Musik sowie Volkskultur und Kulturinitiativen.

Kulturschaffende aus mehreren Sparten werden ausgezeichnet

In der Architektur erhielt archipel architekten, vertreten durch Architekt Johannes Kraus, den Würdigungspreis. Anerkennungspreise gingen an Leonhard Panzenböck für die Umwandlung einer alten Werkstätte in einen Kulturraum in Pottenstein an der Triesting und an die a quadrat Ziviltechniker GmbH & Co KG für die Neugestaltung eines Kirchenvorplatzes in Großrußbach. In der Bildenden Kunst wurde Frenzi Rigling mit dem Würdigungspreis geehrt. Anerkennungspreise erhielten Florian Schmidt für seine Entwicklung in der Konkreten Kunst und seine Ausstellungstätigkeit sowie die Künstlerin und Filmemacherin Katrina Daschner für ihre interdisziplinären Projekte zu genderspezifischen Machtstrukturen. In der Erwachsenenbildung wurde August Breiningers langjähriges Engagement für die kulturelle Entwicklung Badens und die Stärkung der Volkshochschule gewürdigt. Das Kokoschka Museum Pöchlarn erhielt eine Anerkennung für seine wissenschaftliche und vermittelnde Arbeit rund um Oskar Kokoschka. Der Verein Waldviertler Heimatbund wurde für seine Regionalforschung ausgezeichnet, die er mit Veranstaltungen, Sammlungen und der Zeitschrift „Das Waldviertel“ vermittelt.

In der Literatur erhielt Georg Bydlinski den Würdigungspreis für sein Werk in Lyrik, Prosa, Kinderliteratur und Übersetzung, das bisher rund 80 Bücher umfasst. Anerkennungspreise gingen an Patricia Mathes für den im September 2026 erschienenen Gedichtband „wolkenbruch“ und an Michael Stavarič für den 2025 veröffentlichten Roman „Die Schattenfängerin“. In der Medienkunst – künstlerische Fotografie wurde Fritz Simak für seine analogen Aufnahmen mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Matthias Klos erhielt eine Auszeichnung für Fotografien zu historischen und ökonomischen Zusammenhängen im nördlichen Waldviertel. Lisa Rastl wurde für ihre Auseinandersetzung mit fotografischen Verfahren zwischen Fotografie, Skulptur und Institutionskritik anerkannt. In der Musik ging der Würdigungspreis an Johanna Doderer für ihr kompositorisches Schaffen und ihre Förderung junger Talente. Cordula Bösze wurde für ihre Arbeit als Musikvermittlerin und Pädagogin sowie als Leiterin einer Kompositionswerkstatt geehrt. Jakob Kammerer erhielt eine Anerkennung für sein Wirken als Musiker, Obmann des Jazzclubs Melk und Kurator der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt.

In der Volkskultur und bei den Kulturinitiativen erhielt Erhard Mann, Musikpädagoge, Chorleiter und Komponist, den Würdigungspreis. Anerkennungspreise gingen an den aL!VE – Allentsteiger lichtspiel Verein für die Wiederbelebung des historischen Gebäudes „lichtspiel Allentsteig“ als Medien- und Kulturzentrum sowie an Uta Maria Matschiner für die Organisation und Konzipierung von Aktivitäten im Museum der Stadt St. Valentin. Beim Sonderpreis Tanz und Performance wurde Michael Birkmeyer für seine Arbeit als Tänzer, Choreograf und langjähriger künstlerischer Leiter des Festspielhauses St. Pölten mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Anerkennungspreise erhielten Anna Josefine Holzer für ihren Tanzfilm „ES WIR(D)T – Männer weinen nicht“ und Dorothea Zeyringer für ihre Performancepraxis an der Schnittstelle von bildender und darstellender Kunst.

Ein Musikstück wird uraufgeführt, Rebecca Horner zeigt eine Tanzperformance

Durch die Verleihung führte Moderatorin Teresa Vogl. Clemens Schaller und Band begleiteten die Gala musikalisch. Als Gastredner sprach der Kunsthistoriker und langjährige Generaldirektor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder. Er sagte, Künstlerinnen und Künstler ermöglichten mit ihren Werken einzigartige Erfahrungen. Verantwortliche Kulturpolitik müsse dafür sorgen, dass Menschen diese Erfahrungen machen könnten.

Mikl-Leitner sagte, gerade in einer Zeit globaler Krisen brauche es mehr Kunst und Kultur. Künstlerinnen und Künstler eröffneten neue Perspektiven, und Kunst und Kultur stärkten Identität und Gemeinschaft. Sie seien auch ein wichtiger Faktor für Wirtschaft und Tourismus. Die Landeshauptfrau sagte zudem, Kunst und Kultur seien in Niederösterreich an 365 Tagen im Jahr präsent. Zum Programm gehörte die Uraufführung des Musikstücks „Hippolyt – Unleash the Horses!“ von Karlheinz Essl junior. Rebecca Horner, ehemalige Solotänzerin des Wiener Staatsballetts, zeigte eine eigens entwickelte Tanzperformance. Beide Beiträge rahmten den Sonderpreis Tanz und Performance.

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