Im Marchfeld laufen Gespräche über mögliche Betreiber des Ardo-Werks

Nach der angekündigten Werksschließung laufen Gespräche mit möglichen neuen Betreibern. Im NÖ Landtag ging es um Folgen für Beschäftigte und Gemüsebaubetriebe.
Bei einer Aktuellen Stunde im NÖ Landtag stand die angekündigte Schließung des Ardo-Werks für Tiefkühlgemüse im Marchfeld im Mittelpunkt. Die Betriebsleitung habe die Schließung am 24. September bekanntgegeben, sagte Abgeordneter Josef Edlinger, MBA (VP). Als Grund sei eine rein betriebswirtschaftliche Entscheidung der Eigentümer genannt worden, berichtete Edlinger.
Gespräche über eine Fortführung mit Unterstützung der öffentlichen Hand hätten an der Entscheidung der Betriebsleitung nichts geändert. Nun liefen Gespräche mit möglichen neuen Betreibern, sagte Edlinger. Eine online gestartete Petition habe bis dahin 106.000 Unterschriften erhalten. Edlinger sagte, österreichische Konsumentinnen und Konsumenten würden 90 Prozent des heimischen Tiefkühlgemüses verlieren.
Abgeordnete nennen Folgen für Landwirtschaft und Versorgung
Abgeordneter Alexander Schnabel (FP) sagte, Gemüsebaubetriebe hätten über Jahre in Beregnungsanlagen, Spezialmaschinen, Lagerlogistik und notwendige Infrastruktur investiert. Er forderte verlässliche Rahmenbedingungen und einen dauerhaften Abnehmer. Abgeordnete Mag. Indra Collini (Neos) berichtete, im Marchfeld sei kein Winterspinat gesät worden, weil die Landwirte nicht wüssten, ob jemand die Ernte abnehmen werde. Collini verlangte rasch einen Plan B, um Arbeitsplätze und die heimische Gemüseproduktion zu erhalten.
Klubobfrau Dr. Helga Krismer-Huber (Grüne) sagte, für einen Weiterbetrieb wären rund 100 Millionen Euro erforderlich. Sie forderte einen konkreten Plan mit Finanzier und Trägergesellschaft. Ein neues Werk in Leopoldsdorf sei ebenfalls denkbar, sagte sie. Abgeordneter René Pfister (SP) sagte, vor dem Sommer 2027 drohe die endgültige Schließung des Standorts.
Abgeordneter Dieter Dorner (FP) führte Energiepreise und Arbeitskosten als Standortnachteile an. Er sagte, die Arbeitskosten der Industrie in Österreich lägen im Durchschnitt um 47 Prozent über dem EU-Schnitt. Die CO₂-Steuer belaste die gesamte Produktionskette, sagte Dorner. Strategisch gehe es auch um die Möglichkeit der Selbstversorgung. Abgeordneter René Lobner (VP) berichtete, die Beschäftigten seien verunsichert und die Gespräche liefen intensiv. Gesucht werde nicht die schnellste, sondern die beste und nachhaltigste Lösung, sagte Lobner. Er sprach sich dafür aus, die Tiefkühlversorgung in Österreich zu sichern.
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