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Landhaus-Podium beleuchtet Österreichs Rolle bei Aktion Reinhardt

Am 22. Oktober um 19 Uhr beginnt die Diskussion. Anmeldungen sind bis 20. Oktober möglich.

Eine Podiumsdiskussion im Großen Saal des Landhauses bildet am 22. Oktober den Abschluss des zweijährigen Begleitprogramms zur Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“. Die Veranstaltung ist für 19 Uhr angesetzt. Anmeldungen sind bis 20. Oktober unter tirol.gv.at/erinnern möglich.

Im Mittelpunkt steht auch die Rolle österreichischer Täter bei der „Aktion Reinhardt“. Johannes Sachslehner, Autor einer Biografie über Odilo Globocnik, den Leiter der „Aktion Reinhardt“, geht der Frage nach, warum Österreicher bei Mordaktionen in Polen besonders prominent vertreten waren. Kurator Dominik Markl und Historiker Paul Csillag vom Justman-Projekt präsentieren den neuen Konferenzband „Leokadia Justman. Überleben und Erinnerung interdisziplinär analysiert“ und sprechen mit den Autorinnen und Autoren über Erkenntnisse aus den Erinnerungen von Justman und Wiśnicki.

Österreicher waren an Massenmorden in leitenden Funktionen beteiligt

Bei der „Aktion Reinhardt“ ermordete das NS-Regime mehr als 1,5 Millionen jüdische Kinder, Frauen und Männer in den Vernichtungslagern Bełżec, Sobibór und Treblinka. Odilo Globocnik, Irmfried Eberl und Franz Stangl waren als Österreicher in leitenden Funktionen am systematischen Massenmord beteiligt. Die Lager waren als Todesfabriken organisiert, anders als Vernichtungslager mit sogenannten „Selektionen“.

Leokadia Justman und ihr späterer Ehemann Józef Wiśnicki zählten zu den wenigen Überlebenden der ersten Massenmordwelle von 1942. Mit gefälschten Dokumenten entkamen sie als „Volkspolen“ nach Tirol und Vorarlberg, Justman war als „Volkspolin“ getarnt. Sie fand unter falscher Identität zunächst Arbeit in Innsbruck, wurde verraten und entkam mit Hilfe mutiger Männer und Frauen den NS-Schergen.

Sonderausstellung ist bis 26. Oktober zu sehen

Die Sonderausstellung „Leokadia Justman. Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol“ ergänzt die Rahmenausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte“. Im Landhaus 1 ist sie bis einschließlich 26. Oktober montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Justmans selbst verfasste Gedichte sind freitags von 12 bis 17 Uhr im Festsaal des Landhaus 1 zu sehen. Am Nationalfeiertag können Interessierte beim Tag der offenen Tür an den letzten Führungen durch die Ausstellung teilnehmen.

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