Lohnlücke in Tirol beträgt bei Vollzeit rund 18 Prozent
Bild mit KI erstellt Bei Vollzeit verdienen Frauen in Tirol im Schnitt rund 18 Prozent weniger als Männer. Pawlata nennt Berufsfelder und Aufstiegschancen als Gründe.
Frauen in Tirol arbeiten statistisch 67 Tage im Jahr unbezahlt. Im Vergleich zu Männern erhalten sie durchschnittlich ab 26. Oktober kein Gehalt mehr. Der Equal Pay Day macht diese Einkommenslücke sichtbar. Bei Vollzeitbeschäftigten verdienen Frauen im Schnitt rund 18 Prozent weniger als Männer, sagt Frauenlandesrätin Eva Pawlata.
Pawlata erklärt die Lohnlücke unter anderem mit der ungleichen Verteilung auf Berufsfelder und unterschiedlichen Aufstiegschancen. Teilzeit- und Care-Arbeit allein reichten als Erklärung nicht aus. Geringere Einkommen wirkten sich laut ihr später auch auf die Pension aus und erhöhten das Armutsrisiko. Landeshauptmann Anton Mattle sagt, gleiche Arbeit und Leistung müssten gleich bezahlt werden. Der Equal Pay Day zeige, dass dieses Ziel noch nicht erreicht sei.
Girls’ Day eröffnet Schülerinnen Einblicke in technische und handwerkliche Berufe
Frauen arbeiten überdurchschnittlich oft in dienstleistungsorientierten, sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Berufen, die im Durchschnitt niedriger entlohnt werden. Das Land Tirol setzt daher bereits bei der Berufsorientierung an: Der Girls’ Day gibt Schülerinnen seit 25 Jahren Einblicke in MINT-Berufe – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sowie in handwerkliche Tätigkeiten.
Der seit 2018 bestehende Girls’ Day mini richtet sich an Schülerinnen der dritten Volksschulklasse. Er soll Mädchen früh unterschiedliche Berufsfelder zeigen, bevor Klischees ihre Entscheidungen einengen. 2026 nahmen 720 Schülerinnen aus 42 Schulen am Aktionstag teil.
Land Tirol fördert Frauen im Sport und unterstützt Familien
Das Land Tirol veranstaltet regelmäßig Initiativen zu Frauen- und Gleichstellungsthemen. Dazu gehören die jährliche Enquete „Frauen und Gleichstellung“ im Innsbrucker Landhaus und der Tiroler Frauenpreis. Die Auszeichnung geht an Frauen, die Geschlechterstereotype hinterfragen und Gleichstellung vorantreiben. 2026 wurde sie zum dritten Mal vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Im Sport fördert das Land die Ausbildung von Frauen zu Trainerinnen und Funktionärinnen sowie Frauenmannschaften in der höchsten und zweithöchsten Bundesliga. Landeshauptmann Anton Mattle verweist auf das Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung: Jedes Kind ab dem zweiten Geburtstag, das einen Bildungs- und Betreuungsplatz braucht, soll einen bekommen. Die digitale Anmeldeplattform FRIDA erleichtert laut Mattle den Zugang zu den Angeboten und unterstützt Familien bei der Planung. Mattle bezeichnet Tirol als erstes Bundesland, das ein solches Recht in der Praxis umsetzt.
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