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Ein älterer Mann spricht an einem Rednerpult bei der Eröffnung des Gedenkorts.

Der neue Gedenkort umfasst sechs Glasstelen und einen digitalen Zugang mit mehr als 40 Videos von Zeitzeug*innen und Überlebenden.

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) eröffnete am 6. Oktober 2026 in Gunskirchen einen neuen Gedenkort. Er erinnert an die Zehntausenden Häftlinge des KZ-Außenlagers und verbindet den historischen Erinnerungsort mit digitalen und interaktiven Bildungsangeboten.

In den letzten Kriegswochen waren dort Zehntausende Menschen, fast ausschließlich Jüdinnen und Juden, interniert und unter unmenschlichen Bedingungen dem Sterben ausgesetzt. Ab März 1945 wurden vor allem jüdische Häftlinge, viele von ihnen aus Ungarn, nach Todesmärschen in das Lager gebracht.

Gedenkort verbindet Glasstelen mit digitalem Angebot

Für den Gedenkort erwarb das MKÖ einen 4.000 Quadratmeter großen, abgetrennten Teil des denkmalgeschützten ehemaligen Lagergeländes. Sechs Glasstelen im Waldstück vermitteln Basisinformationen zu fünf Themenbereichen: dem Weg nach Gunskirchen, dem Lager, der „Hölle im Wald“, der Befreiung und den Entwicklungen nach 1945.

QR-Codes führen zu einem virtuellen Gedenkort mit vertiefenden Texten, Bildern, Videos und Audiodateien. Zum Start umfasst das digitale Angebot mehr als 40 Videobeiträge von Zeitzeug*innen und Überlebenden sowie Biografien und von prominenten Persönlichkeiten gelesene Texte von Überlebenden des KZ Gunskirchen. Die Inhalte sollen laufend erweitert und mehrsprachig angeboten werden. Das Angebot richtet sich an Einzelbesucher*innen und Gruppen und wird künftig ein zentraler Bestandteil der Bildungs- und Vermittlungsarbeit des MKÖ sein, insbesondere für Jugendliche.

Unter den Gästen der Eröffnung waren der KZ-Überlebende Avigdor Neumann, der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner, Vizekanzler Andreas Babler und Charlotte Herman, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz.

Unterstützt wurde die Umsetzung vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, vom Land Oberösterreich – Direktion Kultur und Gesellschaft, vom Zukunftsfonds der Republik Österreich, vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und von der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Michael & Sarah Marton Family Foundation zählt zu den weiteren Förderern. Zahlreiche private Spender*innen trugen wesentlich zur Realisierung bei.

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