ÖGP erörtert in Salzburg Nikotinkonsum Jugendlicher
Bild mit KI erstellt Bei der 50. ÖGP-Jahrestagung in Salzburg ging es um soziale Medien als Treiber des Nikotinkonsums und digitale Hilfe beim Ausstieg.
Neue Nikotinprodukte werden von Jugendlichen mittlerweile häufiger konsumiert als herkömmliche Zigaretten. Diese Entwicklung beschäftigte die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) bei ihrer 50. Jahrestagung, die Salzburg vom 22. bis 24. Oktober als Veranstaltungsort hatte.
Für die vorangegangenen 30 Tage weist die ESPAD-Studie unter den 14- bis 17-Jährigen einen E-Zigaretten-Konsum von 29 Prozent aus. Nikotinbeutel hatten in dieser Altersgruppe im selben Zeitraum 17 Prozent verwendet. Einen anderen Zeitraum erfasst die österreichische LEAD-Studie: Ihr zufolge liegt der Anteil der täglich E-Zigaretten konsumierenden unter 18-Jährigen bei knapp 8 Prozent.
Was die Produkte für junge Menschen attraktiv macht
Die ÖGP-Aussendung nennt die farbenfrohe Gestaltung und süße Geschmacksrichtungen als Merkmale, die besonders junge Kundinnen und Kunden ansprechen. Auch ein erhöhter pH-Wert und Nikotinsalze tragen demnach dazu bei. Mädchen fühlen sich laut ÖGP besonders von Vapes angezogen, die auffällig gefärbt sind und süß schmecken.
Auf TikTok gilt offiziell ein Verbot für Nikotinwerbung. Bei einer Untersuchung von Videos über Nikotinbeutel überwogen dennoch positive Darstellungen: In 79 Prozent der untersuchten Beiträge wurden die Produkte positiv präsentiert.
Die ÖGP beziffert den Anteil jener E-Zigaretten-Nutzerinnen und -Nutzer, die daneben Zigaretten oder Zigarren rauchen, mit 78 Prozent.
Ein durchgehend höheres Krankheitsrisiko als beim alleinigen Rauchen verbindet eine Metaanalyse mit dem parallelen Konsum von E-Zigaretten und Zigaretten. In diese Auswertung flossen 124 Studien ein. Zu den genannten Erkrankungen zählen Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD und Schlaganfall.
Welche Möglichkeiten beim Aufhören helfen können
Ob nach mindestens sechs Monaten auf das Rauchen verzichtet wurde, war der Bewertungsmaßstab eines aktuellen Cochrane-Reviews. Sein Ergebnis: Nikotinhaltige E-Zigaretten könnten den Rauchstopp wirksamer unterstützen als Nikotinersatzprodukte. Eine Aussage darüber, ob die Betroffenen auf lange Sicht ohne Nikotin bleiben, erlauben die Daten nicht.
Die ÖGP ordnet E-Zigaretten als Konsumprodukte ein, nicht als zugelassene Mittel zur Entwöhnung. Dieselbe Einordnung gilt für Nikotinbeutel.
Für den Rauchstopp rät die WHO zu Textnachrichten, Internetprogrammen und Apps. Bei Jugendlichen brachte ein SMS-Programm eine um 35 Prozent höhere Chance, das Vapen zu beenden.
Digitale Hilfen können den Rauchstopp ergänzen. Nach Einschätzung der ÖGP können sie sowohl die Beratung durch Ärztinnen und Ärzte als auch die medikamentöse Unterstützung verstärken. An die Stelle dieser beiden Hilfen können digitale Angebote laut ÖGP aber nicht treten.
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