Rechnungshof sieht Bundesheer-Aufbauplan gefährdet, Kosten bei 49,2 Milliarden
Bild mit KI erstellt Der Rechnungshof hält die Umsetzung des Aufbauplans 2032+ für nicht gesichert: Die geplanten Kosten stiegen um 197 Prozent, es fehlen Personal, Lagerplatz und Garagen.
Mehr Geld, zu wenig Personal und kaum Platz für neues Gerät: Der Rechnungshof hält die Umsetzung des Aufbauplans 2032+ für das Bundesheer für nicht gesichert. In seinem am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Prüfbericht „Umsetzbarkeit des Aufbauplans 2032+“ nennt er als Hauptgründe die Budgetlage, niedrige Personalbesetzungsgrade, fehlende Infrastruktur und zu knappe Lagerkapazitäten. Weil Ausrüstung, Infrastruktur und Personal laut den Prüfern nicht ineinandergreifen, könnten die angestrebten Fähigkeiten erst mit Verzögerung erreicht werden.
Geplante Kosten bei 49,2 Milliarden Euro
Im Landesverteidigungsbericht 2022 waren für die Jahre 2023 bis 2032 noch Investitionen von 16,582 Milliarden Euro vorgesehen. Bis September 2025 wuchs die Planung für den Zeitraum 2025 bis 2036 auf 49,210 Milliarden Euro an, ein Plus von 197 Prozent. Als Gründe führt das Verteidigungsministerium unter anderem weiterführende Planungen, technische Entwicklungen und stark gestiegene Preise im Rüstungsbereich an. Ausgaben etwa für Ausbildung, Ersatzteile und Infrastruktur kamen erst nachträglich dazu. Dass die höheren Summen in den Landesverteidigungsberichten 2023 und 2024/2025 fehlten, beanstandet der Rechnungshof.
Das Regierungsprogramm 2025–2029 sieht vor, die Auszahlungen für militärische Angelegenheiten bis 2032 schrittweise von einem auf zwei Prozent des BIP anzuheben. Gelingt das nicht, droht laut Bericht eine nur eingeschränkte oder veränderte Umsetzung des Plans.
Tausende Kräfte fehlen
Zwischen 2020 und 2025 blieb das Ministerium hinter seinen jährlich geplanten Personalaufnahmen zurück. Die Personallücke umfasst 1.864 Berufsoffiziere und Berufsunteroffiziere sowie 3.707 Offiziere und Unteroffiziere der Miliz. In den Instandsetzungseinrichtungen stand weniger als die Hälfte des nötigen voll ausgebildeten Personals zur Verfügung. Ungenutzt blieb zudem die gesetzliche Möglichkeit, Wehrpflichtige zu Milizübungen zu verpflichten.
Neue Fahrzeuge stehen im Freien
Seit zumindest 2015 gab es keine substanziellen Investitionen in die Lagerinfrastruktur der Heereslogistikzentren und der Heeresbekleidungsanstalt. Diese Lager sind mit 101 Prozent überbelegt, ideal wäre ein Wert von 85 Prozent. Im Heereslogistikzentrum Salzburg parkten zahlreiche neue Fahrzeuge und Großgeräte monatelang draußen, auch ältere Fahrzeuge der 3. Jägerbrigade standen im Freien. Nach drei Jahren unter freiem Himmel rechnet die Direktion 4 Logistik mit Reparaturkosten von bis zu 50 Prozent des Anschaffungspreises.
Kritik gibt es auch beim Bundeskrisenlager. Für dieses verwahrte das Verteidigungsministerium 8.300 Paletten im Wert von 29,30 Millionen Euro. Die Mehrkosten hätte das Gesundheitsministerium tragen müssen, weiterverrechnet wurden sie aber nicht. Atemschutzmasken, Schutzoveralls und andere Güter im Wert von 14,48 Millionen Euro waren im Oktober 2025 bereits abgelaufen.
Weil Instandsetzungskapazitäten nicht rechtzeitig aufgebaut wurden, kauft das Heer Reparaturen zu. Bei der 3. Jägerbrigade lag der externe Anteil bei 60 bis 70 Prozent, ohne Besserung erwartet sie bis zu 80 Prozent. Die Direktion 4 Logistik beauftragte 2024 Unternehmen um insgesamt 19,25 Millionen Euro. Die Prüfung lief von April bis September 2025 und umfasste im Wesentlichen die Jahre 2020 bis 2025.
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