Österreich erzielt im Juli 268 Millionen Euro Warenhandelsplus

Hattmannsdorfer will nächste Woche in Dublin „Binnenmarkt Plus“ einbringen. Im Juli erzielte Österreich 268 Millionen Euro Warenhandelsüberschuss.
Österreich erzielte im Juli 2026 erstmals seit 21 Monaten wieder einen Warenhandelsüberschuss. Nach vorläufigen Zahlen der Statistik Austria betrug das Plus 268 Millionen Euro. Die Warenexporte stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,7 Prozent, die Importe um 1,9 Prozent.
Für die ersten sieben Monate blieb die Handelsbilanz mit einem Defizit von 3,92 Milliarden Euro negativ. Die Warenexporte beliefen sich in diesem Zeitraum auf 117,70 Milliarden Euro, die Importe auf 121,62 Milliarden Euro. Das positive Monatsergebnis sei ein Signal, aber noch kein Beleg für eine dauerhafte Trendwende.
Hattmannsdorfer bringt den Vorschlag in Dublin ein
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will „Binnenmarkt Plus“ nächste Woche beim EU-Handelsministertreffen in Dublin einbringen. Er stellte die Initiative bereits im Mai 2025 vor. Sie soll verlässliche Partner über klassische Freihandelsabkommen hinaus enger an den europäischen Binnenmarkt anbinden, ohne dass sie dafür vollständig am Europäischen Wirtschaftsraum teilnehmen müssen. Konkrete Module müssten auf EU-Ebene mit den Partnern vereinbart und rechtlich umgesetzt werden.
Das Modell soll dort ansetzen, wo Unternehmen durch Doppelprüfungen, unterschiedliche Zulassungen und mehrfache Nachweise Zeit und Geld verlieren. Vorgesehen sind etwa die gegenseitige Anerkennung von Maschinenprüfungen und, bei vergleichbaren Anforderungen, von Berufsabschlüssen und Qualifikationen. Produktdaten, Herkunftsnachweise und Zertifikate sollen einfacher digital übermittelt und nach vereinbarten Regeln anerkannt werden können. Auch bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten, Cybersicherheit, Forschung und Recheninfrastruktur könnte die Zusammenarbeit enger werden.
Exporte nach vier möglichen Partnern steigen
Für Kanada könnten Industriegüter, Fachkräfte, Digitalwirtschaft, Energie und Rohstoffe im Zentrum stehen. Bei Südkorea und Singapur nennt der Vorschlag vor allem Digitalwirtschaft, Technologie und Industrie. Die Zusammenarbeit bei strategischen Rohstoffen soll mit Partnern wie Kanada oder Australien vertieft werden.
Von Jänner bis Juli 2026 stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach Kanada um 12,0 Prozent, nach Südkorea um 5,8 Prozent, nach Australien um 22,2 Prozent und nach Singapur um 45,0 Prozent. Rückgänge gab es bei den Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate mit 27,5 Prozent und nach Neuseeland mit 9,7 Prozent.
Im selben Zeitraum gingen die Exporte in die USA um 2,2 Prozent und nach China um 0,2 Prozent zurück. Die Einfuhren aus China stiegen deutlich. Die Exporte nach Russland legten 2026 um 3,4 Prozent zu. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist Österreichs Warenhandel mit Russland laut Wirtschaftsministerium jedoch um rund 85 Prozent eingebrochen. Als Belastungen für die Exportwirtschaft nennt das WIFO die Schwäche der deutschen Industrie und die US-Zollpolitik. Die Oesterreichische Nationalbank verweist auf den Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit und den zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China. Chinesische Exportbeschränkungen bei kritischen Rohstoffen belasteten laut Europäischer Kommission europäische Lieferketten.
Am Containerterminal des Linzer Hafens wurden im Geschäftsjahr 2024/25 im Wasser- und Landumschlag einschließlich Wechselaufbauten 253.480 Standardcontainer-Einheiten umgeschlagen. Das waren 28,4 Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekord. Die Hafenbahn verzeichnete 107.905 Wagenbewegungen.
Lass Deine Reaktion da
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.



Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.