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Frauen präsentieren Stoffproben vor einer ReSTex-Ausstellung zur Textilforschung.

Christian Schimper bereitet eine Pilotanlage vor, in der Trennverfahren für Baumwoll-Polyester-Mischtextilien getestet werden sollen.

Am Campus Tulln der Fachhochschule Wiener Neustadt prüfen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Josef Ressel Zentrums ReSTex, wie sich nicht mehr gebrauchte Textilien in neue, wertvolle Materialien überführen lassen.

Das Team arbeitet an Verfahren, die Mischtextilien aus Baumwolle und Polyester aufspalten und die darin befindlichen Rohstoffe für die Herstellung neuer Produkte erschließen.

Nach rund zweieinhalb Jahren Forschungsarbeit bereitet Zentrumsleiter Christian Schimper den Aufbau einer Pilotanlage vor. Dort sollen die Verfahren unter halbindustriellen Bedingungen getestet werden, erläuterte Birgit Herbinger, Standortleiterin der Fachhochschule Wiener Neustadt am Campus Tulln.

EU-Vorgaben lassen die Nachfrage nach Textilrecycling steigen

Die Zerstörung neuer Kleidung und Schuhe, die noch keinen Käufer gefunden haben, ist großen Firmen in der Europäischen Union seit Juli 2026 untersagt. Die Regel schreibt für diese Waren eine Spende, ihre Wiederverwertung oder eine weitere Verwendung vor. Die Vorgaben steigern die Nachfrage nach technischen Lösungen, die Textilabfälle verwertbar machen und daraus Rohstoffe von hoher Qualität zurückholen.

Die geschätzte jährliche Herstellung beläuft sich global auf 100 Milliarden Kleidungsstücke. Von sämtlichen Textilien gelangt bis heute lediglich ein kleiner Anteil in die Wiederverwertung.

Ein Projekt des ecoplus Kunststoff-Cluster war die Grundlage für ReSTex. Am ecoplus Technopol Tulln gehört das Zentrum zum dortigen Netzwerk. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte bei ihrem Betriebsbesuch, die Forschungsarbeit zeige, dass in Niederösterreich Lösungen entwickelt würden, die Wirtschaft und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.

Am Technopol Tulln sind derzeit rund 1.180 Personen in den Technologiefeldern beschäftigt, darunter rund 540 Forscherinnen und Forscher, informierte Angelika Weiler, ecoplus Geschäftsfeldleiterin und Technopolmanagerin Technopol Tulln.

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