Junge Wirtschaft fordert Pensionsreform und Ausgabenprüfung
Bild mit KI erstellt Die Junge Wirtschaft will das gesetzliche Pensionsantrittsalter schrittweise an die Lebenserwartung anpassen und staatliche Ausgaben prüfen.
Der Fiskalrat beziffert das Budgetdefizit mit 4 Prozent des BIP für 2026 und 3,6 Prozent für 2027. Die Staatsschuldenquote steigt demnach von 80,7 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 83,6 Prozent im Jahr 2027. Trotz eingeleiteter Konsolidierungsmaßnahmen bleiben die Defizite auf hohem Niveau. Eine nachhaltige Stabilisierung der öffentlichen Finanzen ist weiterhin nicht in Sicht.
Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, bezeichnet die Einschätzung als weiteren deutlichen Weckruf. Österreich lebe weiterhin über seine Verhältnisse, während die strukturellen Probleme im Staatshaushalt ungelöst blieben und die Rechnung zunehmend an jüngere und kommende Generationen weitergereicht werde. „Generationengerechtigkeit sieht anders aus“, betont Eugster.
Junge Wirtschaft verlangt Reformen bei Pensionen und Staatsausgaben
Die Junge Wirtschaft fordert entschlossene Reformen auf der Ausgabenseite. Sie verweist auf steigende Pensions- und Gesundheitsausgaben, die den Staatshaushalt langfristig unter Druck setzten, sowie auf wachsende Zinsausgaben, die den budgetären Handlungsspielraum zusätzlich einschränkten.
Eugster sagt, Österreich könne sich nicht Jahr für Jahr Defizite leisten und zugleich notwendige Strukturreformen aufschieben. Sie fordert, das gesetzliche Pensionsantrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Zahlreiche OECD-Staaten machten das bereits vor. Ohne grundlegende Reformen würden die finanziellen Spielräume für Zukunftsinvestitionen enger, so Eugster.
Zusätzlich verlangt die Junge Wirtschaft eine umfassende Prüfung staatlicher Ausgaben. Doppelgleisigkeiten sollten abgebaut, Effizienzpotenziale gehoben und noch ausstehende Maßnahmen im Rahmen der Reformpartnerschaft vorangetrieben werden.
Lukas Sprenger, Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, fordert einen Reformkurs, der Defizite kurzfristig reduziert und den Staatshaushalt dauerhaft entlastet. Sämtliche Ausgaben müssten auf den Prüfstand. Falls strukturelle Reformen die Ausgabendynamik nicht eindämmten, sei notfalls auch eine verbindliche Ausgabenbremse zu erwägen. Jeder Euro, der heute für Schulden und Zinsen aufgewendet werde, fehle morgen für Bildung, Innovation und die Zukunft des Wirtschaftsstandorts, betont Sprenger.
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