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Großes blaues Pumpenaggregat mit silbernen Rohrleitungen in einer IndustriehalleBild mit KI erstellt

Die neue Regenwasserpumpe ist einsatzbereit und hebt die Spitzenleistung des Pumpwerks auf 60.000 Liter pro Sekunde. Wien Kanal plant zwei weitere Bauwerke.

Das Pumpwerk Donauinsel erhielt nach seinem Einsatz beim Unwetter im September 2024 ein umfassendes Update. Wien Kanal baute neben dem Gebäude auch die Anlagentechnik aus. Von der Ausschreibung bis zur Inbetriebnahme dauerte das 18-Millionen-Euro-Projekt 22 Monate.

Die neue Regenwasserpumpe leistet 15.000 Liter pro Sekunde und hebt die Spitzenleistung des Pumpwerks von 45.000 auf 60.000 Liter pro Sekunde. Sie ist die größte ihrer Art im europäischen Raum. Der Ausbau soll den Schutz der Bezirke Floridsdorf und Donaustadt bei Starkregen verbessern.

Wien Kanal baut Pumpen und Steuerung aus

Bei Starkregen leiten die Pumpen Mischwasser in die Donau. Es entsteht, wenn sich Abwasser aus Haushalten mit Niederschlagswasser von Straßen und Dächern vermischt. Die rasche Ableitung soll Überschwemmungen auf den Straßen vermeiden.

Zwei Frequenzumrichter mit 6.000 Volt ermöglichen es, die Drehzahl zweier bestehender Regenwasserpumpen mit jeweils 10.000 Litern pro Sekunde an den Zufluss anzupassen. Das spart Energie und wirkt sich laut der Aussendung positiv auf die Lebensdauer der Motoren aus. Für die Kühlung der Aggregate nutzt Wien Kanal einen Wärmetauscher mit Brunnenwasser statt einer Kältemaschine.

Auch die digitale Infrastruktur wurde erneuert. Die Leitwarte auf der Donauinsel steuert das 2.500 Kilometer lange Wiener Kanalnetz. Eine Software verarbeitet Durchflussdaten von 700 Messstellen. Über ein 100 Kilometer langes Glasfasernetz kommen 40.000 Datenpunkte an, die laufend zu rund 1.000 Anlagenbildern verarbeitet werden. Niederschläge werden an 35 Messstellen erfasst und in Echtzeit an GeoSphere Austria übermittelt. Das dort berechnete Prognosemodell dient der Leitwarte als Grundlage für die Steuerung.

Das Gebäude wurde thermisch optimiert und mit Isolierglasfenstern sowie außen liegendem Sonnenschutz ausgestattet. Auf dem Dach wachsen wasserspeichernde Pflanzen, Kräuter und Gräser. Eine rund 3.000 Quadratmeter große Solarstromanlage hat eine Spitzenleistung von 260 Kilowatt und kann je nach Verbrauch den Strombedarf von 50 bis 100 Haushalten decken. Wien Kanal wechselte außerdem von der Ölheizung zu einer Wärmepumpe. Die damit verbundene Einsparung beziffert das Unternehmen mit 300 Tonnen CO₂ und rund 50.000 Euro pro Jahr.

Speicherbecken und zweite Donauleitung sind geplant

Wien Kanal plant ein unterirdisches Speicherbecken auf der Donauinsel und eine zweite Verbindungsleitung unter der Donau zur Kläranlage in Simmering. Die beiden Bauwerke sollen in das bestehende Kanalnetz eingebunden werden und die Sicherheit der Abwasserentsorgung in Floridsdorf und der Donaustadt erhöhen.

Das Becken soll rund 100 Millionen Liter Abwasser fassen. Bei einem Ausfall eines Pumpwerks kann es Schmutzwasser vorübergehend aufnehmen und dadurch eine direkte Entlastung in die Donau verzögern. Bei Regen soll es Mischwasserentlastungen in die Donau deutlich reduzieren. Die zweite Leitung soll rund 500 Meter lang sein und eine zusätzliche Verbindung zur Kläranlage in Simmering schaffen, falls die bestehende Leitung nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist.

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