Tirols Büchereien erhalten erstmals einen gemeinsamen Entwicklungsplan

Vier Entwicklungsfelder betreffen Vernetzung, Räume und Angebote, Personal und Kompetenzen sowie Relevanz und Sichtbarkeit.
Der neue Bibliotheksentwicklungsplan des Landes Tirol heißt „Vernetzt, kompetent, sichtbar“. Er schafft erstmals einen gemeinsamen strategischen Rahmen für das öffentliche Büchereiwesen in Tirol und soll Büchereien sowie ihren Trägern Orientierung für die kommenden Jahre geben.
In Tirol gibt es 169 öffentliche Büchereien mit mehr als 77.600 registrierten Nutzerinnen und Nutzern. Pro Jahr werden rund 2,7 Millionen Entlehnungen verzeichnet. In vielen Gemeinden sind Büchereien ein wichtiger Teil des Bildungs- und Kulturangebots.
Befragung zeigt Entwicklungsbedarf bei Büchereien
Grundlage des Plans ist eine landesweite Befragung aller öffentlichen Einrichtungen von Ende 2024. Die Rückmeldungen beschreiben ein gut vernetztes Büchereiwesen mit vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zugleich zeigen sie Entwicklungsbedarf bei der personellen Situation, der Gewinnung neuer Nutzerinnen und Nutzer, den steigenden Kosten sowie bei Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Anerkennung.
Die vier Entwicklungsfelder betreffen Strukturen und Vernetzung, Räume und Angebote, Personal und Kompetenzen sowie Relevanz und Sichtbarkeit. Der Plan soll die Zusammenarbeit stärken, das Büchereiwesen langfristig absichern und Büchereien zu zeitgemäßen, inklusiven Lern- und Begegnungsorten weiterentwickeln. Außerdem sollen Qualifizierung und Rahmenbedingungen für haupt-, teilberuflich und ehrenamtlich Tätige verbessert und die Bedeutung der Büchereien für Bildung, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe stärker sichtbar werden.
Ein Werkzeugkasten mit Checklisten soll die praktische Umsetzung unterstützen. Er zeigt etwa, wie sich Strukturen und Vernetzung stärken, Räume und Angebote weiterentwickeln sowie Personal und Kompetenzen gezielt fördern lassen. Mehr als 1.500 Menschen engagierten sich 2025 freiwillig in Tirols öffentlichen Büchereien. Das entspricht rund 92 Prozent der dort tätigen Personen. Der Plan berücksichtigt daher auch die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige und die gesellschaftliche Anerkennung der Bibliotheksarbeit.
Büchereitag stellt den Plan im Oktober vor
Der Tiroler Büchereitag findet am Samstag, 10. Oktober 2026, von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck statt. Das jährliche Treffen unter dem Motto „Büchereien entwickeln“ veranstalten das Land Tirol, die Diözese Innsbruck und die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol. Auf dem Programm stehen ein Impulsvortrag von Gerda Böck-Magos vom Salzburger Bildungswerk, mehrere Workshops und Vernetzungsprogramme an Thementischen. Die Inhalte umfassen unter anderem Jugend, Ehrenamt, Räumlichkeiten, Vernetzung und Finanzierung. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Am 26. November 2026 wird der Entwicklungsplan den Trägerinnen und Trägern der öffentlichen Büchereien vorgestellt. Dabei werden auch die weiteren Schritte für die Weiterentwicklung präsentiert. Für die Informationsveranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.
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