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Menschen stehen vor einer großen grünen Maschine in einem Innenraum.

Energielandesrat Sebastian Schuschnig lehnt einen Wasserzins ab und fordert bessere Bedingungen für neue Wasserkraftprojekte.

Bei einer Besichtigung des Kleinwasserkraftwerks Tiebelkraft in Feldkirchen sprach sich Energielandesrat Sebastian Schuschnig dafür aus, neue Wasserkraftprojekte unter günstigeren Voraussetzungen zu ermöglichen. Mit dabei war Betreiber Eckart Senitza, der auch den Themenweg „Weg der Wasserkraft“ initiiert hat.

Das Kraftwerk stammt aus dem Jahr 1922. Zunächst diente es der Eisenverarbeitung, später wurden dort Papier und Pappe hergestellt. Seit 1960 produziert die Anlage ausschließlich Strom. Die grundlegende Erneuerung beider Kraftwerksstufen kostete zwischen 2003 und 2005 rund 445.000 Euro. Die Anlagen arbeiten ohne Unterbrechung und werden vollautomatisch gesteuert. Im Jahr 2023 wurde eine Photovoltaikanlage mit 150 kWp ergänzt.

Schuschnig betont den Beitrag der Kleinwasserkraft

Schuschnig verwies auf fast 400 Kleinwasserkraftanlagen in Kärnten. Für die Energieversorgung vor Ort seien diese Anlagen wichtig. Die Rechnung ergibt: Kleinwasserkraft könnte Strom für fast 90 Prozent der Kärntner Haushalte liefern. In Kärnten sind noch 72 Prozent der Fließgewässerstrecken und 50 Prozent der Möglichkeiten zur Stromgewinnung aus Wasserkraft nicht ausgeschöpft.

Schuschnig begründete den Bedarf an selbst erzeugtem Strom mit der erwarteten Entwicklung in der Industrie. Er sagte: „Gerade weil sich der Strombedarf unserer Industrie bis 2040 voraussichtlich verdoppeln wird, brauchen wir jede Kilowattstunde, die wir selbst erzeugen können. Das sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und unsere Unabhängigkeit.“ Er sprach sich dafür aus, Groß- und Kleinwasserkraft zu modernisieren und auszubauen, damit sich die Vorhaben finanziell rechnen und mit dem Umweltschutz vereinbar sind.

Der Landesrat nannte es unverständlich, dass der WWF erst kürzlich weitere Hürden für den Wasserkraft-Ausbau in Kärnten verlangt habe. „Ökologische Standards sind selbstverständlich, aber sie müssen mit Augenmaß angewandt werden. Wenn überzogene Vorgaben dazu führen, dass modernisierte Anlagen nicht mehr wirtschaftlich laufen, verlieren wir heimische Energie und regionale Wertschöpfung. Wir brauchen Anreize statt Verbote und ganz sicher keinen neuen Wasserzins. Es gilt, saubere und erneuerbare Energie weiter zu unterstützen und nicht mit neuen Steuern zu belasten.“

Schuschnig sagte, Betreiber wie Eckart Senitza investierten mit Eigeninitiative und eigenen Mitteln in die Region. „Diese Leistungen verdienen unsere Wertschätzung und Unterstützung und keine zusätzlichen Hürden“, sagte der Landesrat.

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