Trockenheit in Österreich hält Abflüsse und Grundwasserstände niedrig
KI-Bild An rund 95 Prozent der Pegelstellen waren die Abflüsse im Oktober niedrig oder sehr niedrig, und auch die Grundwasserstände blieben vielerorts niedrig.
Im Oktober 2026 lag die Temperatur in Österreich um 1,3 °C über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Zugleich betrug das österreichweite Niederschlagsdefizit 36 Prozent. Die seit Monaten anhaltende Trockenheit setzte sich damit fort.
An rund 95 Prozent der ausgewerteten Pegelmessstellen waren die monatlichen Abflüsse niedrig oder sehr niedrig, wobei sehr niedrige Abflüsse deutlich überwogen. Besonders ausgeprägt war das Niederwasser im Osten und Süden Österreichs. Im Oktober wurden keine Hochwasserabflüsse registriert.
Anteil sehr niedriger Grundwasserstände steigt in Kärnten und Steiermark
Österreichweit wiesen rund 90 Prozent der ausgewerteten Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Wasserstände auf. Gegenüber September blieb die Grundwassersituation insgesamt weitgehend unverändert. Im Westen stiegen die Grundwasserstände regional geringfügig. In Kärnten und der Steiermark nahm der Anteil der Messstellen mit sehr niedrigen Wasserständen weiter zu.
Der Pegel des Bodensees in Bregenz stagnierte im Monatsverlauf und lag Ende Oktober acht Zentimeter über dem saisonalen Minimum. Der Wasserstand des Neusiedler Sees sank weiter. Ende Oktober lag er bei 114,90 m ü. A. und nur drei Zentimeter über dem historischen Tiefststand aus dem Jahr 2022.
Totschnig sieht Trinkwasserversorgung großflächig gesichert
Umweltminister Norbert Totschnig führte die Fähigkeit Österreichs, solche Situationen zu bewältigen, auch auf eine vorausschauende Infrastrukturpolitik von Gemeinden, Wasserversorgern, Ländern und seinem Ressort zurück. Er erklärte: „Die Trinkwasserversorgung in Österreich war und ist auch angesichts der schwierigen hydrologischen Situation und des Niederschlagsdefizits großflächig gesichert.“ Seit 1993 unterstützte das BMLUK 18.254 Trinkwasserprojekte mit rund 1 Mrd. Euro. Totschnig bezeichnete Investitionen in die Wasserinfrastruktur als Schlüssel für die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser und kündigte an, diesen Weg konsequent fortzusetzen.
Die Prognose der GeoSphere Austria vom 29. Oktober rechnete für die erste Novemberhälfte mit eher kühler Witterung. Zunächst werden nur geringe Niederschlagsmengen erwartet, die sich in der zweiten Novemberwoche dem langjährigen Durchschnitt annähern dürften.
Für die zweite Novemberhälfte zeichnet sich zunehmend mildere und feuchtere Witterung ab. Dieser Trend dürfte bis Anfang Dezember anhalten, mit überdurchschnittlichen Temperaturen und Niederschlagsmengen. Um die bestehenden Defizite im Wasserhaushalt überregional auszugleichen, sind über einen längeren Zeitraum ergiebige Niederschläge erforderlich.
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