Ermittler nehmen bei Verdacht auf Luxusauto-Steuerbetrug Personen fest
KI-Bild In Österreich wurden drei Personen festgenommen. Deutsche Einsatzkräfte nahmen zwei österreichische Staatsangehörige in Deutschland fest.
Am 4. November 2026 untersuchten Ermittler im Zuge der europaweiten Operation J.A.V.E.L.I.N. umfassend ein Betrugssystem, das im internationalen Fahrzeughandel grenzüberschreitend tätig war. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) hatte die Maßnahmen in Auftrag gegeben. Bei den Ermittlungen in Österreich leistete die Steuerfahndung des Amtes für Betrugsbekämpfung (ABB) einen wesentlichen Beitrag.
84 Angehörige der österreichischen Finanzverwaltung wirkten bei den Einsätzen mit. Österreichische Polizeikräfte und Partnerbehörden aus dem In- und Ausland unterstützten die Ermittler. Europaweit waren die Ermittler an mehr als 100 Orten im Einsatz. Tirol und Vorarlberg waren im österreichischen Ermittlungsstrang Schauplatz von zwölf Hausdurchsuchungen.
Ermittler untersuchen den Verdacht auf organisierten Umsatzsteuerbetrug
Die Ermittler prüfen, ob beim grenzüberschreitenden Handel mit teuren Fahrzeugen Umsatzsteuerbetrug in organisierter Form betrieben wurde. Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen Unternehmen und dazwischenliegende Gesellschaften den Fahrzeughandel über ein Netzwerk abgewickelt haben, um tatsächliche Lieferwege unkenntlich zu machen und Umsatzsteuer zu hinterziehen. Für das Vorgehen sollen unter anderem Missing-Trader-Gesellschaften und Briefkastenfirmen genutzt worden sein. Auch gefälschte Transport- und Liefernachweise sollen dazu bestimmt gewesen sein, die tatsächlichen Warenbewegungen und Abnehmer zu verdecken.
Neufahrzeuge gehörten zu den zentralen Handelsgütern des mutmaßlichen Systems. Rund 80 Millionen Euro betrug der Gesamtwert jener Fahrzeuglieferungen, die im österreichischen Teil der Ermittlungen untersucht wurden. Schätzungen zufolge beläuft sich der daraus resultierende Einnahmenausfall auf mehr als zehn Millionen Euro.
Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger, hochwertige Vermögensgegenstände und Liegenschaften befanden sich unter den Beweismitteln und Vermögenswerten, die bei den Maßnahmen sichergestellt wurden. Die Erfassung, Bewertung und Auswertung dauert noch an. Drei Personen wurden in Österreich aufgrund staatsanwaltschaftlicher Anordnungen festgenommen. Deutsche Einsatzkräfte nahmen zwei weitere österreichische Staatsangehörige in Deutschland fest. Weitere Ermittlungen und die Auswertung der sichergestellten Beweismittel erfolgen in enger Abstimmung mit der EPPO.
Die Operation umfasste mehrere miteinander verbundene Ermittlungsstränge in zahlreichen europäischen Staaten. Der geschätzte Umsatzsteuerschaden des europäischen Gesamtkomplexes übersteigt 100 Millionen Euro. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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