ÖAMTC-Test zeigt Grenzen von Assistenzsystemen bei Pkw-Lkw-Unfällen
Der ÖAMTC hat in Crashtests festgestellt, dass aktive und passive Schutzsysteme in Pkw bei Auffahrunfällen auf Lkw oft versagen.
Der ÖAMTC hat in Fahrversuchen und Crashtests die Grenzen von Assistenzsystemen und Unterfahrschutz bei Pkw-Lkw-Unfällen aufgezeigt. Aktive und passive Systeme erfüllen zwar die gesetzlichen Vorgaben, verhindern jedoch nicht in allen realen Szenarien eine Kollision oder schwere Verletzungen.
Unfälle mit schweren Lkw über 3,5 Tonnen kommen selten vor, haben aber häufig verheerende Folgen. 2025 waren Lkw nur an drei Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt, dabei kamen österreichweit 73 Menschen ums Leben, das entspricht einem Fünftel aller Verkehrstoten. Besonders gefährlich sind Auffahrunfälle am Stauende auf Autobahnen.
Im Jahr 2024 registrierte die Statistik Austria 167 solche Unfälle mit 11 Todesopfern. ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé erläutert das zentrale Problem: Gerät ein Pkw unter das Heck des Lkw auf Höhe der Frontscheibe, sind schwere, oft tödliche Kopfverletzungen die Folge.
Test mit sieben Pkw-Modellen
Der Mobilitätsclub testete sieben aktuelle Pkw-Modelle in verschiedenen Auffahr-Szenarien gegen ein aufblasbares Lkw-Target bei Geschwindigkeiten von 56 bis 130 km/h. Einige Fahrzeuge zeigten schon bei 56 km/h weder eine Warnung noch einen Bremseingriff. Bei über 100 km/h konnte kein System eine Kollision in allen Szenarien verhindern.
Unterfahrschutz versagt im Crashtest
Im Crashtest mit 56 km/h gegen einen Auflieger der Norm UN ECE R58.03 unterfuhr der Pkw den Auflieger bis zur B-Säule. Der Querträger des Unterfahrschutzes verfügt über ausreichende Festigkeit, die Verschraubung am Auflieger jedoch nicht. Ein vom IIHS mit der Toughguard-Zertifizierung ausgezeichneter Auflieger verhinderte dagegen ein Unterfahren erfolgreich.
Der ÖAMTC fordert strengere gesetzliche Anforderungen und verbesserte Prüfverfahren. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sollten auf monotonen Strecken stets aufmerksam bleiben, bei herannahendem Stauende die Warnblinkanlage betätigen, Assistenzsysteme aktiviert lassen und ausreichend Abstand halten.
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