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Weißer moderner Pavillon mit Säulen, italienischer Flagge und abstrakten Skulpturen vor Bäumen in Venedig.

Die EU beendet wegen Russlands Rückkehr zur Kunstbiennale in Venedig einen Zuschuss von zwei Millionen Euro. Die Stiftung will dagegen vorgehen.

Die Europäische Union hat die laufende Förderung für die Fondazione La Biennale di Venezia beendet. Von dem sofortigen Förderstopp betroffen ist ein Zuschuss der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) in Höhe von zwei Millionen Euro.

Der Schritt folgt auf eine rechtliche Prüfung und eine Empfehlung der EU-Kommission. Brüssel begründet ihn mit der Rückkehr Russlands zur Kunstbiennale: Mit EU-Mitteln geförderte Kulturprojekte müssten demokratische Werte, Vielfalt, offenen Dialog und Meinungsfreiheit stärken. Die Förderung war vor allem für Filmproduzenten und immersive Technologien vorgesehen.

Die Biennale-Stiftung will den Beschluss rechtlich bekämpfen. Sie sieht darin eine politische Entscheidung und erwartet nach eigener Darstellung keine wesentlichen Folgen für Budget, Haushalt sowie geplante oder bereits laufende Aktivitäten.

Russischer Pavillon löst Kritik aus

Russland beteiligt sich erstmals seit Beginn der großflächigen Invasion der Ukraine wieder an der Biennale. Rund 50 von staatlichen Stellen ausgewählte Künstlerinnen und Künstler arbeiten an dem Musik- und Performanceprojekt „Der Baum ist im Himmel verwurzelt“. Der russische Staatspavillon bleibt für das breite Publikum geschlossen. Die Installation ist jedoch im Außenbereich auf einem großen Bildschirm zu sehen.

Die Ukraine protestierte gegen die russische Beteiligung und wertete sie als Teil hybrider Kriegsführung. Kiew verweist auf Tausende Kulturdenkmäler und kulturelle Einrichtungen, die durch russische Angriffe zerstört oder schwer beschädigt worden seien. Die ukrainische Regierung wirft der designierten Leiterin des russischen Pavillons zudem Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie vor.

Die Kontroverse prägte die Biennale schon vor der Eröffnung am 9. Mai: Aktivistinnen von Pussy Riot und Femen demonstrierten vor dem russischen Pavillon, mehr als 20 europäische Staaten sprachen sich gegen Moskaus Rückkehr aus. Nach Streit über den Umgang mit Beiträgen aus Staaten, deren politische Führungen mit Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs konfrontiert sind, trat die internationale Jury Ende April geschlossen zurück. Über Auszeichnungen für einen künstlerischen Beitrag und einen nationalen Pavillon sollen nun erstmals Besucherinnen und Besucher entscheiden.

Die Kunstbiennale läuft bis 22. November. In den ersten beiden Monaten lagen die Besucherzahlen Schätzungen zufolge rund 20 Prozent über dem Vergleichszeitraum der Ausgabe 2024, für die rund 700.000 Tickets verkauft worden waren. Hält der Trend an, könnte die aktuelle Ausstellung diesen Wert übertreffen.

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