Rechtsextreme Tathandlungen in Tirol seit 2023 deutlich gestiegen
In Tirol stieg die Zahl rechtsextremer Tathandlungen von 64 im Jahr 2023 auf 113 im Jahr 2025. Viele Delikte verlagern sich ins Internet.
Die Zahl rechtsextremer Tathandlungen hat in Tirol seit 2023 deutlich zugenommen. Nach 64 registrierten Fällen im Jahr 2023 wurden 2024 bereits 97 Tathandlungen erfasst. 2025 stieg die Zahl auf 113 und damit auf den bisher höchsten Wert in diesem Zeitraum.
Der Anstieg von 2023 auf 2024 betrug 51,6 Prozent. Gegenüber 2024 erhöhte sich die Zahl 2025 nochmals um 16,5 Prozent.
Jüngere Tatverdächtige und mehr Delikte im Internet
Zwei Entwicklungen stehen dabei im Vordergrund: Tatverdächtige werden jünger, zum Teil sind sie noch unmündig. Zugleich spielt der digitale Raum bei rechtsextremen Delikten zunehmend eine Rolle.
Eine Reihe von Verfahren wird eingestellt. Bei jugendlichen Tatverdächtigen kann der für eine Verfolgung nach dem Verbotsgesetz notwendige Wiederbetätigungsvorsatz häufig nicht belegt werden.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, die Landespolizeidirektionen sowie die Landesämter Staatsschutz und Extremismusbekämpfung reagieren mit den rechtlich verfügbaren repressiven und präventiven Maßnahmen.
Aktionsplan und Präventionsarbeit
Seit dem Frühjahr 2026 erarbeitet das Innenministerium federführend einen Nationalen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus. Er soll die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit sowie Prävention, Früherkennung, Strafverfolgung und Resozialisierung stärken.
In Tirol setzt das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung gemeinsam mit Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf Präventionsarbeit. Dazu gehören Projekte, Vernetzungstreffen, Informationskampagnen und Veranstaltungen zur Aufklärung verschiedener Altersgruppen.
Ein Beispiel ist das 2022 entwickelte Projekt „Social Media Krake #Rechtsextrem – nein, danke!“. Es informiert Jugendliche und ihr soziales Umfeld über die Strafbarkeit und Folgen des Teilens rechtsextremer, verhetzender und gewaltverherrlichender Inhalte in sozialen Netzwerken. Polizei, Schulen und Kooperationspartner, darunter das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich, erstellen dafür verständliches Material für junge Menschen. Die Maßnahmen sollen einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Inhalten fördern und die Verbreitung strafbarer Beiträge verringern.
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