Berlakovich fordert Dürre-Maßnahmenpaket
Bild mit KI erstellt Nikolaus Berlakovich verlangt ein Dürre-Maßnahmenpaket, nachdem die Getreideernte im Burgenland auf ein 56-Jahres-Tief gefallen ist.
Die Landwirtschaftskammer Burgenland verlangt ein rasches Dürre-Maßnahmenpaket. Ihr Präsident Nikolaus Berlakovich sieht durch Hitze und ausbleibende Niederschläge die wirtschaftliche Grundlage mancher Höfe gefährdet.
Für die diesjährige Getreideernte weist Statistik Austria 219.000 Tonnen aus. Zu Beginn der Ernte waren 256.000 Tonnen erwartet worden. Die tatsächliche Menge blieb damit um 37.000 Tonnen unter dieser Prognose, was etwa 1.500 Lkw-Ladungen entspricht. Seit 1970 wurde im Burgenland keine geringere Getreidemenge geerntet. Die bisher zweitschwächste Ernte war 2024 mit 225.000 Tonnen verzeichnet worden.
Trockenheit gefährdet Herbstkulturen
Das Niederschlagsdefizit liegt im Burgenland heuer bei mindestens 50 Prozent. Auf den Blattoberflächen wurden Temperaturen von bis zu 65 Grad Celsius genannt. Für Sonnenblumen, Sojabohnen, Körnermais, Zuckerrüben, Ölkürbis und Wein werden Ertragsausfälle befürchtet. Bei Mais gelten ein ausbleibender Kolbenansatz und vertrocknende Pflanzen als mögliche Folgen, bei Sojabohnen Blütenabwurf. An Erdäpfeln und Kürbissen zeigen sich Trockenschäden.
Wegen fehlenden Grünfutters silieren zahlreiche Betriebe ihren Körnermais bereits als Tierfutter. Die Futtermittelplattform der Landwirtschaftskammern kann Tierhaltenden als Unterstützung dienen.
Bio-Betriebe können konventionelles Futter zukaufen
Bio-Tierhaltungsbetriebe können den Zukauf von konventionellem Futter mit einem Einzelbescheid genehmigen lassen und behalten dabei ihre Bio-Zertifizierung. Die Lebensmittelaufsicht des Landes stellt diese Genehmigungen aus. Sachverständige der Landwirtschaftskammer Burgenland bewerten die beantragten Futtermengen. Möglich sind unter anderem Grün- und Trockenfutter, getrocknetes Gras sowie Futterpellets. Erste Ansuchen liegen bereits vor, insgesamt werden bis zu 30 Anträge erwartet.
Bereits abgesichert ist die Dürreversicherung mit Prämienzuschüssen von Bund und Ländern. Die Agrardieselrückvergütung wurde für die kommenden zwei Jahre wieder eingeführt. Ein Erlass des Landwirtschaftsministeriums nimmt dürregeschädigte Ackerkulturen heuer generell und ohne Sanktionen von der Ernteverpflichtung aus.
Berlakovich nennt als weitere mögliche Hilfen gestundete Sozialversicherungsbeiträge und Agrarinvestkredite. Er regt außerdem Zuschüsse aus der EU-Agrarkrisenreserve zur Entlastung bei Betriebsmittelpreisen sowie Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite an. Die Landwirtschaftskammer verweist daneben auf langfristige Anpassungen an den Klimawandel und ihre Beratung der Betriebe.
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