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Eine Frau mit dunklen Haaren in einem schwarzen Blazer sitzt an einem Schreibtisch mit Papieren.

Die Wirtschaftskammer Tirol fordert Ausnahmen für Kleinstmengen und eine ausgesetzte Bevollmächtigtenpflicht für kleine Betriebe.

Die EU-Verpackungsverordnung, kurz PPWR, gilt ab 12. August 2026 schrittweise. Die Wirtschaftskammer Tirol spricht von großer Verunsicherung in der heimischen Wirtschaft. Die Ziele, Verpackungsabfälle zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken, würden grundsätzlich unterstützt.

Nach Einschätzung von Kammerpräsidentin Barbara Thaler drohen die Vorgaben vor allem kleine und mittlere Handels- und Gewerbebetriebe zu belasten. Tirol sei von Klein- und Kleinstunternehmen geprägt, die ihre Produkte in ganz Europa verkaufen und versenden. Zusätzliche Bürokratie und Kosten seien für diese Betriebe besonders problematisch.

Unterlagen sind oft nur mit erheblichem Aufwand verfügbar

Die Vorschriften verpflichten Unternehmen zu umfangreichen Dokumentationen, Konformitätsnachweisen und Informationen über Verpackungen. Viele dieser Unterlagen lägen bei Verpackungsherstellern oder Vorlieferanten und seien für Handelsbetriebe oft gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand verfügbar.

Besonders kritisch bewertet die Branche die Folgen für den grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU. Tiroler Händler und Hersteller, die Kundinnen und Kunden in Deutschland, Italien oder anderen EU-Staaten beliefern, müssten schon ab kleinsten Versandmengen zusätzliche Registrierungs-, Melde- und Bevollmächtigungspflichten erfüllen.

Wirtschaftskammer fordert Ausnahmen für Kleinstmengen

Die Wirtschaftskammer Tirol fordert praxistaugliche Ausnahmeregelungen für Kleinstmengen. Zudem verlangt sie, die Bevollmächtigtenpflicht zumindest für Kleinst- und Kleinbetriebe auszusetzen. Markus Schwarzenberger, Obmann des Tiroler Versand-, Internet- und allgemeinen Handels, sagt, die Kosten für Verpackungsregister, ausländische Bevollmächtigte und laufende Meldungen seien für ein Tiroler Kleinstunternehmen oft höher als der Umsatz in einem EU-Land. Den internationalen Handel bezeichnet er für viele Betriebe in Tirol als unverzichtbar und warnt, höhere Kosten im grenzüberschreitenden Versandhandel schwächten den europäischen Binnenmarkt.

Ohne Nachbesserungen drohe Tiroler Betrieben laut Wirtschaftskammer ein weiterer Bürokratieschub, der ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Markt erheblich beeinträchtige. Thaler und Schwarzenberger fordern Augenmaß und praktikable Lösungen, damit kleine Betriebe nicht vom europäischen Markt verdrängt werden.

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