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Nahaufnahme eines blauen Blinklichts auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs vor Berglandschaft

Nach der Demonstration von bis zu 1.000 Menschen ist die B179 wieder frei. Die Bürgerinitiative kündigte weiteren Widerstand an.

Auf der B179 zwischen Reutte und dem Fernpass endete die Vollsperre um 12 Uhr. Sie hatte um 9.45 Uhr begonnen. An den zeitgleichen Protesten in den Bezirken Reutte und Imst beteiligten sich insgesamt 950 bis 1.000 Menschen, knapp 500 davon in Reutte und rund 470 bei Nassereith.

Die Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal Außerfern Mieminger Plateau hatte zur zweiten Demonstration gegen das Fernpasspaket aufgerufen. Der Reuttener Zug startete beim Parkplatz der Burgenwelt Ehrenberg und führte auf verkürzter Strecke zur Postwiese. Transparente, Trommeln und Trillerpfeifen begleiteten den Marsch.

Fernpasspaket löst Streit über Tunnel, Maut und Verkehr aus

Das Land Tirol plant mit dem Fernpasspaket einen neuen Fernpassscheiteltunnel, eine zweite Röhre beim Lermooser Tunnel, ein Mautsystem und Lärmschutz. Vorgesehen sind Investitionen von 500 Millionen Euro sowie ein Haftungsrahmen von 600 Millionen Euro. Das Land begründet das Vorhaben mit einer besseren Anbindung des Bezirks Reutte und mehr Verkehrssicherheit.

Auf der Kundgebung kritisierten Hans Dreier und Hansjörg Schimpfössl Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die aus ihrer Sicht unzureichende Beteiligung der Bevölkerung. Sie beanstandeten auch, dass das Land zugleich Planung, Begutachtung und Genehmigung übernehme. Kritik richtete sich gegen Landeshauptmann Anton Mattle, Verkehrslandesrat René Zumtobel und Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler. Florian Klotz, neuer VP-Landtagsabgeordneter, erschien am Sammelplatz, nahm aber weder am Marsch teil noch sprach er auf der Bühne. Hermann Weratschnig setzte sich für Umwelt- und Bahnausbau ein, Zeliha Arslan verlangte mehr Güterverkehr auf der Schiene. Markus Sint lehnte Tunnel, Maut und Transitstrecke ab. Vinzenz Schedle und Markus Moll warben für einen Gartnerwandtunnel. Moll wurde dafür von Teilen des Publikums ausgebuht.

Um Ausweichverkehr zu unterbinden, sperrten die Behörden zugleich die Hahntennjochstraße L 246 und verhängten Fahrverbote für Ausweichverkehr im Bezirk Reutte. Die Polizei kontrollierte die Strecken über Scharnitz, Leutasch, Telfs und Zirl. Bezirkspolizeikommandant Michael Eder bewertete die Lage als sehr ruhig. Auch der ÖAMTC zog eine positive Bilanz und erklärte, Reisende hätten sich auf die Sperre eingestellt.

Die Bürgerinitiative will den Protest fortsetzen. Sie ließ nach eigenen Angaben eine rund 50 Seiten umfassende Stellungnahme gegen die naturschutzrechtliche Genehmigung erstellen und erwägt den Weg zu den Höchstgerichten. Bei der Kundgebung wurden dafür Spenden gesammelt. Verbleibende Mittel sollen nach Abschluss des Verfahrens einem sozialen Projekt in der Region zugutekommen.

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