Hattmannsdorfer richtet Energiepolitik auf Stromspeicher aus

Die EAG-Investitionsförderung soll ab 2027 grundlegend neu ausgerichtet werden und stärker auf Speicher setzen.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer will die Energiepolitik stärker auf Stromspeicher ausrichten. Er bezeichnete den Sommer 2026 mit hohen Temperaturen, wenig Niederschlag und viel Sonnenstrom als Stresstest für das österreichische Stromsystem.
Die Wasserkrafterzeugung war gedämpft, während die Photovoltaik zu Mittag regelmäßig Spitzen mit zeitweisen Überschüssen erreichte. Am Abend sinkt die PV-Produktion rasch, während Verbrauch und Preise steigen. Hattmannsdorfer will günstigen heimischen Strom aus der Mittagsspitze speichern, damit er am Abend verfügbar ist und weniger Strom aus dem Ausland zugekauft werden muss.
EAG-Förderung soll ab 2027 neu ausgerichtet werden
Das Energieministerium nennt für seine Speicheroffensive eine neue Photovoltaik-Förderung mit Fokus auf Speicher, Speicherinfrastruktur im neuen Netzinfrastrukturplan, beschleunigte Genehmigungen für Batteriespeicher nach dem EABG sowie ein Förderprogramm für intelligente Energiemanagementsysteme in Haushalten und Betrieben. Die EAG-Investitionsförderung soll ab 2027 grundlegend neu ausgerichtet werden.
Förderanträge sollen künftig nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden können. Die breite Förderung klassischer kleiner PV-Anlagen soll auslaufen. Im Mittelpunkt sollen intelligente Energiemanagementsysteme und Speicher stehen, die den Eigenverbrauch erhöhen und die Netze entlasten. Speicher sollen mit der Installation eines Energiemanagementsystems auch bei bestehenden PV-Anlagen förderbar sein. Weiter unterstützt werden sollen gebäudeintegrierte PV, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende PV und Anlagen an Lärmschutzwänden. Für zentrale Komponenten aus europäischer Produktion ist ein Bonus vorgesehen.
Ersten Zahlen einer vom Wirtschaftsministerium beauftragten Speicherstudie zufolge wären bis 2030 bis zu 8 GW marktorientierte Batteriekapazität volkswirtschaftlich nützlich. Zusätzliche Batteriespeicher könnten den Großhandelspreis 2030 je nach Szenario um bis zu 2 Euro je MWh reduzieren. Bei einem Halbjahresverbrauch von rund 34 TWh entspräche das rechnerisch einem Einsparungspotenzial von bis zu 68 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026. Laut Branchenprognosen sind mehr als 3,2 GWh Batteriespeicher und 6,2 GW Pumpspeicher installiert.
Hattmannsdorfer fordert außerdem, die vorgesehenen Kriterien der E-Control für systemdienliche Speicher erneut zu überprüfen. Die Regeln müssten praxistauglich und ausreichend breit gefasst sein. Das österreichische Stromsystem habe sich unter den beschriebenen Bedingungen als versorgungssicher erwiesen.
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