OpenAI wächst – doch Anthropic macht operativ Gewinn
Bild mit KI erstellt OpenAI erhöht seine Einnahmen weiter, kämpft jedoch mit hohen Verlusten. Konkurrent Anthropic überholt den ChatGPT-Entwickler beim Quartalsumsatz.
Der Wettbewerb zwischen den führenden KI-Unternehmen wird zunehmend auch zu einem Rennen um Umsatz und Wirtschaftlichkeit. OpenAI konnte seine Einnahmen im zweiten Quartal erneut erhöhen. Gleichzeitig wuchs jedoch auch der operative Verlust deutlich. Beim Konkurrenten Anthropic zeigt sich ein anderes Bild.
OpenAI steigert Umsatz – Verlust wächst mit
OpenAI kam im zweiten Quartal auf einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal waren es noch 5,7 Milliarden Dollar. Innerhalb von drei Monaten entspricht das einem Plus von rund 18 Prozent.
Mit den höheren Einnahmen stiegen allerdings auch die Kosten deutlich. Der operative Verlust erhöhte sich von 9,3 Milliarden auf 12,3 Milliarden Dollar. Damit gibt OpenAI weiterhin wesentlich mehr Geld aus, als das Unternehmen mit seinem Geschäft einnimmt.
Anthropic überholt OpenAI beim Quartalsumsatz
Noch wesentlich stärker entwickelte sich Anthropic. Das Unternehmen hinter dem KI-Assistenten Claude steigerte seinen Quartalsumsatz von rund 4,7 Milliarden auf etwa 11,6 Milliarden Dollar. Damit lagen die Einnahmen im zweiten Quartal erstmals über jenen von OpenAI.
Zusätzlich meldete Anthropic einen kleinen bereinigten operativen Gewinn. Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Unternehmenskunden. Besonders das auf Programmierung ausgerichtete Angebot Claude Code hat zuletzt stark an Bedeutung gewonnen.
Anthropic setzt Wachstum auch nach Quartalsende fort
Auch nach Abschluss des zweiten Quartals setzte Anthropic seinen Wachstumskurs fort. Ende Juli lag die auf ein Jahr hochgerechnete Umsatzrate bei mehr als 65 Milliarden Dollar. Im Mai waren es noch rund 47 Milliarden Dollar. OpenAI erreichte zuletzt eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 40 Milliarden Dollar.
Die sogenannten Run Rates sind allerdings nicht mit tatsächlich erzielten Jahresumsätzen gleichzusetzen. Sie rechnen das aktuelle Umsatzniveau auf zwölf Monate hoch. Zudem können sich die Berechnungsmethoden der beiden privaten Unternehmen unterscheiden.
KI-Rennen wird zunehmend zum Kampf um Effizienz
Die Entwicklung zeigt, dass sich der Wettbewerb rund um Künstliche Intelligenz längst nicht mehr ausschließlich um leistungsfähigere Modelle und größere Nutzerzahlen dreht. Entscheidend wird zunehmend, wie erfolgreich die Unternehmen ihre enorme Nachfrage in ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäft verwandeln.
Bei Anthropic ist dieser Schritt zumindest auf bereinigter operativer Ebene im zweiten Quartal bereits gelungen. OpenAI wächst zwar ebenfalls weiter, muss dafür derzeit jedoch noch hohe Verluste in Kauf nehmen.
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