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Schnabel sieht höheren EZB-Leitzins als nötigBild mit KI erstellt

Isabel Schnabel hält das aktuelle EZB-Zinsniveau für zu niedrig, um die Inflation mittelfristig auf das Zwei-Prozent-Ziel zurückzuführen.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält das derzeitige Zinsniveau für zu niedrig, damit die Inflation mittelfristig wieder das Ziel von 2 Prozent erreicht. Sie gehört dem vierköpfigen Direktorium der Europäischen Zentralbank an.

Als Risiken für weiter steigende Preise nannte Schnabel den anhaltenden Iran-Krieg und die robuste Konjunktur im Euroraum. Hohe Nachfrage könne Unternehmen Preiserhöhungen erleichtern. Fiskalpolitik, höhere Verteidigungsausgaben und der weltweite KI-Boom seien wichtige Wachstumstreiber. Stimmungsindikatoren sprächen aus ihrer Sicht für weiter anziehendes Wachstum.

Im Juli erreichte die Inflationsrate 2,9 Prozent. Nach Einschätzung Schnabels dürften hohe Energiekosten die Teuerung länger über 2 Prozent halten. Die niedrigen europäischen Gasspeicherstände bewertete sie als besonders besorgniserregend. Mit einer längeren Dauer des Konflikts nähmen auch die Risiken indirekter und sogenannter Zweitrundeneffekte zu.

EZB entscheidet am 10. September über den Leitzins

Die nächste Entscheidung ist für den 10. September bei einer auswärtigen Sitzung in Berlin vorgesehen. Die ESTR-Forwards deuten aktuell auf ein Plus von 25 Basispunkten beim Leitzins hin.

Nach Angaben von drei Personen mit Kenntnis des Vorgangs besteht Bereitschaft, den Leitzins von 2,25 auf 2,50 Prozent zu setzen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges zu begrenzen. Die EZB bestätigte diese Angaben nicht.

Die erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren erfolgte im Juni. Hintergrund war das Risiko, dass die kriegsbedingte Verteuerung von Energie zunehmend auch andere Wirtschaftsbereiche belastet.

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine war die Inflation in der Eurozone 2022 zeitweise auf mehr als 10 Prozent gestiegen.

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