Sturzflut in Nepal: Mindestens 616 Tote geborgen
Bild mit KI erstellt Mindestens 616 Leichen wurden in Nepal geborgen. Wegen eines neu entstandenen Sees ruhen Rettungsarbeiten bei Gyirong vorerst.
Nach der Sturzflut im Himalaya sind in Nepal mindestens 616 Leichen geborgen worden. Mit sieben in China gemeldeten Todesopfern beträgt die Zahl der Toten 623.
Die Sturzflut traf das Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. Die US-Erdbebenwarte USGS führt sie auf den Abbruch eines Gletschers zurück, dessen Auslöser weiterhin ungeklärt ist. Fachleute halten es für möglich, dass die Erderwärmung zu dem Ereignis beigetragen hat.
Aufgestauter See erhöht weiter das Flutrisiko
An einer Flussmündung entstand durch weitere Erdrutsche ein See. Dort haben sich schätzungsweise zwei Millionen Kubikmeter Wasser angesammelt. Das Wasser fließt bereits auf natürlichem Weg ab, wodurch sich die Gefahr deutlich verringerte.
Am flussabwärts gelegenen Grenzübergang Gyirong wurden die Rettungsarbeiten wegen des Risikos eines Überlaufens und einer weiteren Flut vorerst ausgesetzt. Für die kommenden drei Tage sind Niederschläge vorhergesagt. Bricht zusätzlich ein Gletscher ab und schmilzt, könnte eine weitere Sturzflut folgen.
In den Flüssen stieg der Wasserstand innerhalb von 30 Minuten um sieben bis neun Meter. Wasser, Schlamm und Geröll beschädigten mindestens sechs Wasserkraftwerke sowie die Infrastruktur in Gyirong und veränderten Flussläufe noch mehr als 100 Kilometer entfernt. Viele betroffene Gebiete sind schwer erreichbar.
Nepal ersucht um spezialisierte Hilfe für Tunnel
In Nepal und Tibet werden zusammen weiterhin mehr als 2.500 Menschen vermisst, darunter ausländische Touristen. Einige Tausend Menschen konnten bereits gerettet werden. Nepal ersuchte andere Staaten um spezialisierte Unterstützung, etwa für die Rettung von Menschen aus Tunneln, die Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen sowie die Identifizierung und Aufbewahrung der Toten. Indien und China wurden um Behelfsbrücken gebeten.
Ablagerungen aus Schlamm erschweren die Sucharbeiten. In Temure, Syabrubesi und Mailung behindern sie Starts und Landungen von Hubschraubern. In der Region sind unter anderem 14 Rettungshubschrauber im Einsatz. Aus Tunneln wurden am Freitagmorgen Ortszeit vier Personen gerettet, während vermutlich noch zahlreiche Menschen darin eingeschlossen sind.
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