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WKO Kärnten fordert Pflichtversicherung für Naturkatastrophen

Die Kammer verlangt risikodifferenzierte Prämien, zumutbare Selbstbehalte und eine nationale Schaden- und Ereignisdatenbank.

Die Wirtschaftskammer Kärnten fordert, eine verpflichtende Naturkatastrophendeckung im Versicherungsvertragsgesetz zu verankern. Die Versicherungslösung soll bundesweit einheitlich sein.

Vorgesehen sind risikodifferenzierte Prämien und zumutbare Selbstbehalte. Als mögliches Vorbild nennt die Wirtschaftskammer Kärnten das belgische Modell. Zusätzlich soll eine nationale Schaden- und Ereignisdatenbank eine fundierte Risikobewertung ermöglichen.

Dürreschäden in der Landwirtschaft bei rund einer Milliarde Euro

Laut Österreichischer Hagelversicherung beläuft sich der durch Trockenheit verursachte Schaden in der heimischen Landwirtschaft auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind ganz Österreich und sämtliche Kulturen, insbesondere Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja, regional auch Getreide.

In Kärnten liegen 56 von österreichweit 416 ausgewiesenen Hochwasserrisikogebieten mit jeweils mehr als 500 potenziell Betroffenen. Die Hochwasser-Fachdatenbank weist für Kärnten und Tirol seit 2014 eine steigende Anzahl von Hochwasserereignissen aus. Der Rechnungshof beziffert die Schäden durch Extremwetterereignisse in Kärnten von 2019 bis 2023 mit 194,46 Millionen Euro.

Rechnungshof empfiehlt ein Versicherungsmodell für Extremwetterschäden

Der Rechnungshof empfiehlt Bund, Ländern und weiteren Akteuren, ein geeignetes Versicherungsmodell zur besseren Abdeckung von Schäden aus Extremwetterereignissen zu entwickeln. Ziel sind eine angemessene Entschädigung und zumutbare Selbstbehalte.

Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2022 waren rund fünf Prozent der Werte von privaten Haushalten und Unternehmen in Österreich gegen Hochwasserschäden versichert. In Kärnten deckten Beihilfen der Länder zwischen 2015 und 2023 durchschnittlich 31 Prozent der Schäden am Vermögen Privater ab.

In Kärnten wurden zwischen 2010 und 2023 rund 237 Millionen Euro in Hochwasserschutzanlagen investiert. Der Rechnungshof hält fest, dass ein absoluter Schutz vor Hochwasser nicht möglich ist. Franz Ahm von der Wirtschaftskammer Kärnten fordert deshalb, Prävention und Versicherungsschutz gemeinsam zu denken.

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