Kärntner Einzelhandel zeigt vorsichtige Stabilisierung

Sinkende Teuerung, reales Umsatzplus und rückläufige Insolvenzen sorgen für Entspannung, doch Margendruck und Bürokratie bleiben hoch.
Der Kärntner Einzelhandel zeigt 2026 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Die Teuerungsdynamik nimmt ab, die realen Umsätze entwickeln sich positiver und beim Insolvenzgeschehen zeichnet sich eine Entspannung ab.
Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Kärnten und die KMU Forschung Austria sehen darin noch keine nachhaltige Erholung. In der Sparte Handel sind 11.358 Betriebe organisiert, die rund 33.000 Menschen beschäftigen. Auf den Einzelhandel entfallen rund 3.400 Unternehmen und mehr als 19.000 Beschäftigte. Der Handelsumsatz liegt bei rund 13,4 Milliarden Euro, davon 5,1 Milliarden Euro im Einzelhandel.
Umsätze steigen, Kosten und Margen bleiben unter Druck
Im Juli 2026 stiegen die Einzelhandelsumsätze österreichweit gegenüber dem Vorjahresmonat nominell um 2,7 Prozent und real um 2,3 Prozent. Nach zwei Jahren mit steigenden Insolvenzzahlen ist erstmals wieder eine Entspannung erkennbar.
Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Kärnten, verweist trotz höherer Umsätze auf weiterhin hohe Kosten für Personal, Energie, Mieten und Finanzierung. Viele Betriebe arbeiten nach seinen Angaben mit sehr knappen Margen.
Zusätzlich wächst für Handelsbetriebe der administrative Aufwand. Die ersten Vorgaben der neuen EU-Verpackungsverordnung PPWR gelten seit 12. August 2026. Je nach Rolle eines Unternehmens entstehen Prüf-, Dokumentations-, Kennzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten. Gerade kleinere Handelsunternehmen sind von den neuen Vorgaben besonders betroffen, während viele Detailfragen noch von weiteren europäischen oder nationalen Regelungen abhängen.
Eine weitere Herausforderung bleibt der Onlinehandel. Österreichweit werden rund 12,3 Milliarden Euro im E-Commerce ausgegeben. Davon fließen 47 Prozent beziehungsweise rund 5,8 Milliarden Euro an ausländische Anbieter, rund 1,3 Milliarden Euro an chinesische Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress.
Die Stimmung im Einzelhandel hat sich zwar leicht verbessert, die Konsumentwicklung bleibt jedoch ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Haberl fordert mehr Kaufkraft, faire Wettbewerbsbedingungen und weniger Bürokratie für Handelsunternehmen.
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