Afghanistans Opiumproduktion steigt 2026 auf knapp 1.500 Tonnen
KI-Bild Die Opiumproduktion stieg 2026 auf knapp 1.500 Tonnen, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Stand vor dem Taliban-Verbot.
Ein Bericht des UNODC beziffert die Opiumproduktion in Afghanistan für 2026 auf knapp 1.500 Tonnen. Im Vorjahr hatte sie 300 Tonnen betragen. Binnen eines Jahres entspricht das einem Plus von rund 400 Prozent.
Der kräftige Zuwachs ändert nichts daran, dass die Produktion den Stand aus der Zeit vor dem Verbot weiterhin klar verfehlt. 2021 waren in Afghanistan 200.000 Hektar mit Schlafmohn bebaut.
Bauern können kaum auf andere Einkünfte ausweichen
2022 untersagten die Taliban sowohl den Anbau von Schlafmohn als auch die Opiumherstellung. Im Zuge der Umsetzung wurden Schlafmohnfelder großflächig zerstört. Häufig wird Schlafmohn in Afghanistan an verdeckten Standorten zwischen Getreidefeldern oder bei Gebäudeanlagen kultiviert.
Für zahlreiche Menschen in Afghanistan sind Lebensmittel kaum erschwinglich. Viele Bauern in Afghanistan wenden sich wegen höherer Lebensmittelkosten dem illegalen Anbau von Schlafmohn zu. Viele Familien sind auf zusätzliche Einkünfte angewiesen, weil Getreideanbau und Tierhaltung für ihren Lebensunterhalt nicht genügen.
Als das Verbot umgesetzt wurde, gab es für Bauern üblicherweise weder einen finanziellen Ausgleich noch Hilfe dabei, andere Einkommensquellen zu erschließen. UNODC-Direktorin Monica Juma verweist auf die wirtschaftliche Lage: Ohne bessere finanzielle Bedingungen im Land lasse sich der Schlafmohnanbau ihrer Einschätzung nach auf Dauer nur schwer eindämmen.
Die Zwischenhändler im Opiumhandel verbuchten für das Berichtsjahr wieder Einnahmen in etwa auf Höhe des Mittels aus den Jahren 2018 bis 2021. Weltweit soll der Bedarf an Opium nach dem Willen von UNODC verringert werden, zudem soll Afghanistan Unterstützung beim Aufbau anderer Einkommensquellen für die Bevölkerung erhalten.
Die Bekämpfung von Drogen gehört nach Auffassung des Außenministers, den die Taliban ernannt hatten, zu den bedeutendsten Leistungen des Regimes, zugleich verlangte er internationale Hilfe.
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