Arbeitslosigkeit steigt trotz Beschäftigungsplus in Österreich
Bild mit KI erstellt Die Registerquote lag bei 7,1 Prozent. Bei Frauen nahm die Arbeitslosigkeit um 6,0 Prozent zu, bei Männern sank sie um 0,6 Prozent.
Ende September waren 306.600 Menschen arbeitslos, rund 7.400 oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Register-Arbeitslosenquote lag bei 7,1 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert vom September 2025. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung im Jahresvergleich geschätzt um 8.000 Beschäftigungsverhältnisse.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf beinahe alle Altersgruppen und alle Bundesländer außer Wien. Arbeitslose und Teilnehmende an AMS-Schulungen waren im September zusammen rund 381.200 Personen, um 6.000 oder 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs war in den Monaten davor annähernd stabil geblieben und verringerte sich im September.
Frauenarbeitslosigkeit steigt, Männerarbeitslosigkeit sinkt
Bei Frauen waren Ende September rund 8.300 mehr arbeitslos vorgemerkt als ein Jahr zuvor, ein Anstieg um 6,0 Prozent. Bei Männern sank die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 0,6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ging um 507 Personen oder 1,5 Prozent zurück. Bei Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft stagnierte sie mit einem Minus von 0,2 Prozent, bei Inländerinnen und Inländern stieg sie um 4,3 Prozent.
Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden stieg um 8,0 Prozent oder 870. Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen gab es gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 38, die Zahl stagnierte laut Aussendung. Die Lehrstellenlücke ist mit minus 3.977 Stellen ausgewiesen. Langzeitbeschäftigungslose mit mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung und dem Status arbeitslos waren 104.101, um 10.311 oder 11,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen arbeitslos vorgemerkten Personen lag bei 34 Prozent. Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen sank um 0,5 Prozent auf 78.267. Auch der Zugang an offenen Stellen ging zurück, um 4,0 Prozent beziehungsweise 1.963.
Gender Pay Gap liegt in Österreich bei 17,6 Prozent
Der internationale Equal Pay Day der Vereinten Nationen war am 18. September. Der Gender Pay Gap, gemessen an den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten, lag in Österreich 2024 laut Eurostat bei 17,6 Prozent. Der EU-Durchschnitt betrug 11,1 Prozent. Österreich zählte damit zu den Ländern mit den größten Lohnunterschieden innerhalb der Europäischen Union.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann sagte, Frauen seien von der Zunahme der Arbeitslosigkeit stärker betroffen und bräuchten gute Beschäftigungschancen, finanzielle Eigenständigkeit und faire Bezahlung. Die Lohntransparenzrichtlinie könne ungerechtfertigte Unterschiede sichtbar machen. Schumann erklärte, die Rückmeldung der Koalitionspartner zum Gesetzesentwurf stehe noch aus. Die EU-Richtlinie sei im Regierungsprogramm verankert und müsse umgesetzt werden, damit Frauen in allen Bereichen die gleichen Chancen wie Männer hätten.
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