Mehr Nachrichten.jetzt bei Google sehen
Arztpraxis in Wien-Favoriten nach Kontrolle versiegeltBild mit KI erstellt

Nach der Kontrolle wurde die gesamte Ordination behördlich versiegelt. Die Türschlösser wurden ausgetauscht.

Am Dienstag, 20. Oktober, wurden bei einer koordinierten Schwerpunktkontrolle in einer Arztpraxis in Wien-Favoriten zahlreiche gravierende Missstände festgestellt. Die Kontrolle stand unter der Leitung der Gruppe Sofortmaßnahmen.

Beteiligt waren die MA 6 (Erhebungs- und Vollstreckungsdienst), die MA 15 (Gesundheitsdienst), die MA 40 (Sozialamt), die Landespolizeidirektion Wien, die Ärztekammer für Wien und die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin (ÖQMed).

Kontrolle findet abgelaufene Medikamente und fehlende Notfallausrüstung

In der Praxis für Allgemeinmedizin gab es gravierende Hygienemängel. Vorgefunden wurden abgelaufene Medikamente und Spritzen sowie bereits geöffnete und nicht fachgerecht gelagerte Medikamentenfläschchen. Medikamente ohne Zulassung in der EU wurden ebenfalls gefunden und beschlagnahmt.

Arzneimittel in einem unversperrten Rollcontainer im Wartebereich waren für anwesende Personen frei zugänglich. Die vorgeschriebene Notfallausrüstung fehlte. Für mehrere medizinische Geräte, darunter ein Elektrokardiogramm (EKG), konnten keine Überprüfungsnachweise vorgelegt werden. Außerdem wurden bedenkliche elektrische Verkabelungen und teilweise aus der Wand gerissene Steckdosen festgestellt.

Bei den Erhebungen erhärtete sich der Verdacht, dass ein Mann weiterhin Patientinnen und Patienten behandelt haben soll, obwohl er seit mehr als zehn Jahren nicht mehr zur Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt ist. Die Behandlungen sollen von Botox bis zu Beschneidungen gereicht haben. Zudem soll er den Arztstempel eines anderen Arztes missbräuchlich verwendet haben, der erst seit Kurzem an diesem Standort niedergelassen ist. Festgestellt wurden auch ein Fall von Schwarzarbeit und ein unrechtmäßiger Bezug von Leistungen aus der Wiener Mindestsicherung.

Der Magistrat legte eine Vielzahl an Anzeigen nach dem Ärztegesetz. Die Wiener Polizei erstattete Anzeigen wegen des Verdachts des schweren Betrugs. Aufgrund der Vielzahl und Schwere der festgestellten Missstände wurde die gesamte Ordination behördlich versiegelt. Die Türschlösser wurden ausgetauscht.

Lass Deine Reaktion da

Kommentare

Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.

In der App mitdiskutieren

Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.

Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.

Beitrag in der App öffnen

Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.