Drei Rückhaltebecken sollen Warth vor Hochwasser schützen
Bild mit KI erstellt Am Hassbach läuft der zweite Bauabschnitt. Drei Becken sollen mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser zurückhalten und rund 240 Liegenschaften schützen.
Der zweite Bauabschnitt des Hochwasserschutzprojekts am Hassbach in Warth ist in Umsetzung und soll bis 2028 fertiggestellt werden. Bei einem Pressegespräch am Freitag informierten Landesrat Anton Kasser, Bürgermeisterin Michaela Walla, Sektionsleiter Christian Amberger und Gebietsbauleiter Stephan Vollsinger von der Wildbach- und Lawinenverbauung über den Stand des Projekts.
Der Hassbach ist mit einem Einzugsgebiet von rund 30 Quadratkilometern einer der größeren Zubringer zur Pitten. In den vergangenen 200 Jahren wurden rund 30 massive Hochwasserereignisse aufgezeichnet, zuletzt im Juni 2018. Bei diesem Hochwasser wurde eine Brücke weggerissen, zwei weitere wurden schwer beschädigt. An Privathäusern entstand ein Schaden von rund zwei Millionen Euro, außerdem wurde eine Zufahrtsstraße weggerissen.
Die Wildbach- und Lawinenverbauung und die Gemeinde Warth entwickelten das Schutzprojekt nach dem Hochwasser von 2018. Der erste Bauabschnitt, die Stabilisierung des Laaergrabens oberhalb von Kirchau, ist abgeschlossen. Der zweite umfasst die Rückhaltebecken Mantelgraben und Hassbach Ort sowie eine 14,9 Meter hohe Mauer. Für den dritten Abschnitt sind das Rückhaltebecken Kirchau oberhalb der Ortschaft und ergänzende lineare Ausbaumaßnahmen vorgesehen. Diese Arbeiten sind für die Jahre 2028 bis 2030 geplant.
Insgesamt entstehen zwei Rückhaltebecken im Haupttal des Hassbaches und ein weiteres im Mantelgraben. Zusätzlich werden die Zubringerbereiche stabilisiert und Wildholz sowie Geschiebe gezielt zurückgehalten. Die drei Becken sollen im Katastrophenfall mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen.
Die Schutzmaßnahmen sollen rund 240 Liegenschaften, etwa fünf Kilometer Verkehrswege und zahlreiche Infrastruktureinrichtungen vor Hochwasser schützen. Mit den betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern wurde in zahlreichen Gesprächen Einvernehmen hergestellt. Die Gesamtkosten der Detailprojekte betragen 15,9 Millionen Euro. Die Gemeinde Warth übernimmt 25 Prozent der Kosten.
Landesrat Anton Kasser sagte, seit dem Hochwasser 2024 seien in Niederösterreich 35 Schutzprojekte fertiggestellt und 37 weitere begonnen worden. Zu den Maßnahmen zählten Brückenanhebungen, Dammsanierungen, Rückhaltebecken und Flussaufweitungen. Außerdem würden Pegelstationen ausgebaut, um die Prognosemöglichkeiten zu verbessern.
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