Kärntner Fachleute beraten beim Naturgefahrenkongress in Sapporo
Bild mit KI erstellt Durch den Austausch lassen sich Erkenntnisse und bewährte Schutzmaßnahmen aus anderen Regionen für die Naturgefahrenvorsorge in Kärnten nutzen.
Der internationale Kongress INTERPRAEVENT findet vom 20. bis 23. Oktober 2026 in Sapporo statt. Unter dem Generalthema „Risk management for multi natural hazards under climate change“ geht es um Hochwasser, Muren, Hangrutschungen und weitere Naturgefahren sowie um innovative Schutzmaßnahmen. Die Teilnehmenden tauschen wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus, um Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Die Wurzeln von INTERPRAEVENT liegen in Kärnten und reichen bis 1967 zurück. Anlass waren die Hochwasser der Jahre 1965 und 1966, bei denen fast 30 Menschen starben. Diese Ereignisse machten deutlich, dass die Schutzmaßnahmen grundlegend weiterentwickelt werden mussten. Eine neue Zusammenarbeit von Fachleuten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis schuf wichtige Grundlagen für die Gefahrenzonenplanung und eine Raumplanung, die Naturgefahren berücksichtigt.
Die Kärntner Landesregierung ist seit Jahrzehnten eng eingebunden und gestaltet die Forschungsgesellschaft INTERPRAEVENT maßgeblich mit. Sie stellt den Präsidenten sowie den Geschäftsführer der Gesellschaft.
Mit Japans Beitritt 1992 entwickelte sich INTERPRAEVENT zu einem internationalen Netzwerk. Kongresse in Japan fanden 2002 in Matsumoto, 2006 in Niigata, 2014 in Nara und 2018 in Toyama statt. Die Kongresse im pazifischen Raum organisieren Partnerorganisationen in Japan und Taiwan mit Unterstützung und unter der Schirmherrschaft der Forschungsgesellschaft.
Delegation plant Gespräche mit japanischem Ministerium
Beim Kongress ist eine österreichische Delegation vertreten. Zu ihr gehören der Präsident der Forschungsgesellschaft und deren Geschäftsführer Gerald Krapesch. Neben dem fachlichen Austausch stehen offizielle Gespräche mit dem zuständigen japanischen Ministerium und der österreichischen Wirtschaftsdelegierten Christina Schösser auf dem Programm.
Landeshauptmann Daniel Fellner verwies auf die Herausforderungen durch den Klimawandel. Starkregen, Hochwasser und andere Naturgefahren könnten innerhalb kurzer Zeit große Schäden anrichten. Zugleich müsse man sich auf längere Trockenperioden und neue Herausforderungen für die Wasserversorgung einstellen. Internationale Formate wie INTERPRAEVENT seien deshalb wichtiger denn je, sagte Fellner.
Umwelt- und Wasserreferentin Marika Lagger-Pöllinger betonte, schneearme Winter, trockene Sommer und längere Trockenperioden machten einen vorausschauenden Umgang mit Wasser wichtig. Wasserressourcen müssten nachhaltig geschützt und die Trinkwasserversorgung auch für kommende Generationen gesichert werden.
Erkenntnisse und bewährte Schutzmaßnahmen aus anderen Regionen können durch die internationale Zusammenarbeit für die Naturgefahrenvorsorge in Kärnten genutzt werden. Die langjährigen Beziehungen zwischen Kärnten und Japan wurden kürzlich durch den Besuch des japanischen Botschafters bei Landeshauptmann Daniel Fellner unterstrichen. Der Kongress bietet eine weitere Gelegenheit, die Zusammenarbeit zu vertiefen und gemeinsame Herausforderungen im Umgang mit Naturgefahren zu besprechen.
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