Bürgermeisterinnen ermutigen in St. Andrä Frauen zum Schritt in die Politik

Im Kulturstadl Maria Rojach in St. Andrä warben Bürgermeisterinnen, Doris Schmidauer und Landeshauptmann Daniel Fellner dafür, dass mehr Frauen politisch Verantwortung übernehmen.
Im Kulturstadl Maria Rojach in St. Andrä ging es am Mittwoch, 21. Oktober, um Frauen in der Kommunalpolitik. Bürgermeisterinnen erzählten, was sie zum Einstieg bewogen hat und welche Hürden mit dem Amt verbunden sind. Landeshauptmann Daniel Fellner und Doris Schmidauer, Schirmherrin der österreichischen Bürgermeisterinnen, warben ebenfalls für mehr Frauen in politischen Funktionen.
Fellner will Mädchen früh bestärken
Fellner schilderte, dass sein eigener Zugang zur Politik bis in die Schulzeit zurückreicht. Damals habe er als Klassensprecher einen Schülerprotest mit 1.300 Teilnehmenden auf die Beine gestellt, geprägt hätten ihn außerdem Diskussionen in der Familie. Deshalb sollten schon Mädchen das Vertrauen bekommen, etwas verändern zu können. Engagierte Frauen dürften aus seiner Sicht nicht auf eine Quote reduziert werden. Bei Bewerbungsverfahren und bei der Besetzung von Parteivorsitzfunktionen solle aber stets auch eine Frau zur Wahl stehen.
Mit Blick auf die Demokratie äußerte Fellner Sorge darüber, dass sich immer mehr Menschen in Österreich einen „starken Mann“ an der Spitze wünschen. Weltweit lebten nur 6,4 Prozent der Menschen in einer vollständigen Demokratie, mehr weibliche Perspektiven seien nötig, um sie zu erhalten. Erfreut zeigte er sich zudem über die Angelobung des Kinder- und Jugendgemeinderates der Stadtgemeinde St. Andrä. Dort sollen Kinder und Jugendliche eigene Anliegen vorbringen und mitreden können.
Schmidauer ruft Frauen zum Handeln auf
Die Keynote hielt Doris Schmidauer. Sie kritisierte, dass es in Kärnten mehr Bürgermeister mit dem Vornamen Josef gebe als Bürgermeisterinnen. Was Frauen beruflich, in Vereinen, daheim und in der Care-Arbeit leisten, müsse in der Politik sichtbarer werden. Auf einen perfekten Zeitpunkt zu warten, habe keinen Sinn, meinte sie, und forderte Frauen auf, sich ihren Platz auch an Männer-Stammtischen zu holen. Den Bürgermeistern legte sie nahe, gezielt Frauen anzusprechen und sie auf dem Weg in die Kommunalpolitik zu begleiten. Positiv hob sie das ausgewogene Verhältnis von Mädchen und Burschen im Kinder- und Jugendgemeinderat hervor.
Sechs Bürgermeisterinnen berichten
Von ihrem Weg ins Amt erzählten Margit Heissenberger (Velden), Karoline Turnschek (Weissensee), Ursula „Uschi“ Heitzer (Friesach), Silvia Häusl-Benz (Pörtschach), Gabriele Dörflinger (Klein St. Paul) und Gastgeberin Maria Knauder (St. Andrä). Niemand komme schon als Bürgermeisterin auf die Welt, machten sie deutlich. Es komme darauf an, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, Selbstzweifel zu überwinden und den ersten Schritt zu wagen. Einen besseren Zeitpunkt für den Einstieg in die Politik als jetzt gebe es nicht, lautete ihr gemeinsamer Appell.
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