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Traditionell am Vorabend des Nationalfeiertages findet der Große Österreichische Zapfenstreich statt.

Landeshauptmann Anton Mattle appellierte beim Zapfenstreich am Landhausplatz, das demokratische Zusammenleben täglich zu verteidigen.

Der Landhausplatz in Innsbruck bildete am Sonntagabend den Schauplatz für den Großen Österreichischen Zapfenstreich. Ein Trompetensignal vom Balkon des Landhauses und die Österreichische Bundeshymne begleiteten das Zeremoniell.

Unter anderem marschierten Abordnungen des Österreichischen Bundesheers, der Tiroler Schützen und der Tiroler Musikkapellen auf. Die Ehrenkompanie Navis und Abordnungen der Tiroler Traditionsverbände wirkten an der Zeremonie mit, ebenso die Militärmusik Tirol, die Musikkapelle Navis und die sechste Gebirgsbrigade in ihrer Funktion als Ehrenkompanie des Österreichischen Bundesheers.

Zum Programm gehörten eine Flaggenparade und eine Ehrensalve. Landeshauptmann Anton Mattle schritt mit Militärkommandant Peter Nuderscher und Landes-Schützenkommandant Thomas Saurer die Front ab.

Der Zapfenstreich gehört traditionell zum Abend vor dem Nationalfeiertag. Ein Zusammenleben in Frieden beruhe auf Freiheit, dem Wunsch nach Selbstständigkeit und der politischen Mitsprache des Volkes, führte Mattle in seiner Ansprache aus. „Demokratie ist ein Versprechen, das jede Generation aufs Neue verteidigen muss“, sagte er. Das Miteinander in einer Demokratie müsse jeden Tag verteidigt werden, forderte Mattle.

Als „entscheidenden Schritt in eine selbstbestimmte Zukunft“ für Österreich würdigte Mattle den Staatsvertrag von 1955 und die Erklärung der immerwährenden Neutralität am 26. Oktober. Die Darstellung Tirols als „älteste Festlanddemokratie“ treffe in ihrem wesentlichen Gehalt zu, erklärte er. Als historischen Beleg nannte er den Großen Freiheitsbrief von 1342. Für das Erheben von Steuern habe der Landesfürst demnach die Einwilligung der Tiroler Landstände benötigt. Mattle verwies auch auf den erstmals am 11. November stattfindenden Tiroler Jugendlandtag.

Aus einem Trommelzeichen entwickelte sich ein Zeremoniell

Der Ursprung der heute knapp 400 Jahre alten Tradition des Zapfenstreichs liegt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als der Dreißigjährige Krieg herrschte. Für die Soldaten in den damaligen Lagern bedeutete ein Trommelzeichen, dass die Nachtruhe begann. Dazu wurde ein Zapfen in ein Schankfass geschlagen. Ein Hornsignal übernahm später die Funktion des bisherigen Zeichens der Trommel.

Aus dem Signal zur Nachtruhe erwuchs über Jahrhunderte ein Zeremoniell, zu dem unterschiedliche Kompositionen aus dem Repertoire des Militärs erklangen. Mit dem Großen Zapfenstreich hat das Österreichische Bundesheer die Tradition neu belebt. Bei Feiern des Militärs gestaltet es das Zeremoniell mit traditionellen Melodien und historischen österreichischen Militärsignalen.

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