Rekordzahl an Hausverkäufen, typisches Einfamilienhaus kostet 349.536 Euro
KI-Bild Von Jänner bis Juni wechselten 6.400 Einfamilienhäuser den Besitzer, so viele wie nie. Beim Hauspreis liegt jetzt Tirol vor Wien.
In Österreich haben im ersten Halbjahr 2026 so viele Einfamilienhäuser den Besitzer gewechselt wie noch nie seit Beginn der Auswertung im Jahr 2009. Laut dem ImmoSpiegel des Maklernetzwerks REMAX wurden 6.400 Häuser im Grundbuch eingetragen, um 26,7 Prozent mehr als ein Jahr davor. Den alten Rekord aus 2018 mit 5.919 Häusern übertraf der Markt damit deutlich.
Zusammen kosteten die verkauften Häuser 2,57 Milliarden Euro, ein Plus von 29 Prozent. Für ein typisches Haus zahlten Käuferinnen und Käufer 349.536 Euro. Das sind 3,7 Prozent mehr als 2025, aber noch etwas weniger als im ersten Halbjahr 2023. Ein Viertel der Häuser war um höchstens 190.375 Euro zu haben, das teuerste Viertel startete bei 485.000 Euro.
Tirol überholt Wien
Nach vier Jahren ganz oben liegt Wien beim Hauspreis nur noch auf Platz zwei. In Tirol kostete ein typisches Einfamilienhaus 729.912 Euro, in der Bundeshauptstadt nach einem Rückgang um 7,6 Prozent 719.277 Euro. Am wenigsten zahlten Käufer im Burgenland mit 225.557 Euro, obwohl die Preise dort um 13,6 Prozent anzogen. In Kärnten blieben sie mit einem Minus von 0,7 Prozent nahezu stabil.
Mehr Verkäufe als im Vorjahr gab es in jedem Bundesland. Mit 1.988 Häusern bleibt Niederösterreich der mit Abstand größte Markt, gefolgt von der Steiermark mit 1.302 und Oberösterreich mit 1.122 Verkäufen. Das kräftigste Wachstum meldete Vorarlberg mit einem Plus von 53,3 Prozent.
Altbestand statt Neubau
REMAX-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer sieht den Grund vor allem in den hohen Kosten für neue Häuser. Für viele Interessenten sei ein Neubau kaum oder gar nicht mehr finanzierbar, weshalb sie sich nach bestehenden Objekten umsehen und diese nach und nach herrichten. Dazu kämen Erbschaften: Viele Babyboomer würden Häuser erben, die sie selbst nicht benötigen, und diese verkaufen.
Dass weniger gebaut wird, zeigen auch Zahlen der Statistik Austria. 2025 wurden nur 31.979 Ein- und Zweifamilienhäuser bewilligt, so wenige wie seit 2010 nicht. Grundlage des ImmoSpiegels sind alle im amtlichen Grundbuch eingetragenen Kaufverträge, die der Datenanbieter IMMOunited auswertet.
Fehler entdeckt? So gehen wir mit Fehlern um
Lass Deine Reaktion da
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.
Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.