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Rund 56.600 Arbeitgeberunternehmen stehen bis 2035 zur Übergabe anBild mit KI erstellt

Bis 2035 stehen rund 56.600 Arbeitgeberunternehmen zur Übergabe an. Die WKÖ fordert Steuerentlastungen, bessere Finanzierung und weniger Bürokratie.

Bis 2035 stehen in Österreich rund 56.600 Arbeitgeberunternehmen zur Übergabe an. Eine Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der WKÖ und des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) beziffert die Zahl der Arbeitsplätze in diesen Unternehmen mit fast 780.000. Im Durchschnitt sichert eine erfolgreiche Nachfolge 14 Arbeitsplätze. Dahinter stehen laut Studie rund 1,1 Millionen Euro direkte Wertschöpfung pro Jahr.

Die meisten potenziellen Übergabefälle entfallen auf den Handel sowie auf freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. In Produktion und Handel sind zusammen rund 350.000 Beschäftigte betroffen. 55 Prozent der Unternehmensübergaben erfolgen außerhalb der Familie. Mehr als die Hälfte der Nachfolgerinnen und Nachfolger steigert nach der Übernahme die Investitionen, etwa in Modernisierung und Digitalisierung. Mit erfolgreichen Übergaben bleiben laut Studie auch eingespielte Teams, Kundenbeziehungen und regional verankerte Wirtschaftsstrukturen erhalten.

Finanzierung und Steuerlast gelten als Hürden

Laut Studie sehen 70 Prozent der potenziellen Übergeberinnen und Übergeber die Finanzierung durch die Nachfolgenden als Herausforderung. 66 Prozent nennen die steuerliche Belastung. Unter den Nachfolgerinnen und Nachfolgern bezeichnen rund 60 Prozent die Steuerlast beziehungsweise den Investitionsbedarf als Hürde. Bei entgeltlichen Übernahmen müssen sie häufig sowohl den Kaufpreis als auch notwendige Investitionen finanzieren.

Die WKÖ fordert, den Freibetrag für Veräußerungsgewinne wie im Regierungsprogramm vorgesehen von 7.300 auf 45.000 Euro anzuheben. Außerdem verlangt sie einen Sondersteuersatz von 20 Prozent und die Möglichkeit, steuerliche Begünstigungen zu kombinieren. Ein Beteiligungsfreibetrag für privates Kapital von bis zu 100.000 Euro über fünf Jahre soll Investitionen erleichtern und die Eigenkapitalausstattung stärken. Die WKÖ fordert auch bessere Investitionsanreize und einen österreichweit einheitlichen digitalen One-Stop-Shop, der Meldungen und Verfahren bei einer Gründung im Zuge einer Betriebsübernahme bündelt.

Die geplante Verlängerung der sogenannten Grace Period von drei auf fünf Jahre bewertet die WKÖ als ersten wichtigen Erfolg. Sie soll auch für familienexterne Nachfolgen gelten. Mit dem KMU-Paket hat die Bundesregierung unter anderem eine Verdoppelung des regulären Investitionsfreibetrags bis Ende 2026, eine ausgeweitete Basispauschalierung und eine NoVA-Befreiung für leichte Nutzfahrzeuge zur Güterbeförderung auf den Weg gebracht. Eine Novelle der Gewerbeordnung sieht vor, die Übergangsfrist für bestimmte Auflagen bei Betriebsübernahmen von drei auf fünf Jahre zu verlängern. Bei einer Betriebsunterbrechung soll die Gültigkeitsdauer bestehender Betriebsanlagengenehmigungen von fünf auf zehn Jahre steigen. Eine gemeinsame Nachfolge-Taskforce von WKÖ und BMWET arbeitet daran, Hürden bei Betriebsübergaben abzubauen.

Wirtschaftskammern bieten Beratung und Lehrgang an

Die Wirtschaftskammerorganisation bietet Unternehmerinnen und Unternehmern persönliche Beratung, eine kostenlose Nachfolgebörse, Leitfäden, Checklisten und die Roadmap „Einfach Nachfolgen“. Das gemeinsame Programm NextGen4Austria von WKÖ und BMWET bereitet künftige Nachfolgerinnen und Nachfolger auf die Unternehmensführung vor. Der zweite Lehrgang startet im Jänner 2027. Bewerbungen sind bis 27. November 2026 möglich.

Beim Nachfolgeherbst 2026 bieten die Wirtschaftskammern und das BMWET bis Ende November österreichweit Informationsveranstaltungen, Workshops, Webinare und Beratungsformate rund um Betriebsübergaben an.

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