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Seit 5. Oktober verzeichnet Innsbruck keine Legionenellenfälle

Seit 5. Oktober wurden in Innsbruck keine neuen Legionellen-Infektionen verzeichnet. Bis 20. Oktober waren 23 Fälle und drei Todesfälle bekannt.

Seit 5. Oktober sind in Innsbruck keine neuen Legionellen-Infektionen verzeichnet worden. Für 2026 bleibt die Zahl der gemeldeten Fälle bei 23. Bis 20. Oktober waren drei der erkrankten Senior:innen gestorben.

Fünf Infektionen wurden in zwei Senior:innenheimen gemeldet, 18 der 23 Fälle entfielen auf den privaten Bereich. Vier Erkrankte hatten sich nachweislich außerhalb Innsbrucks infiziert. Bei den 23 Erkrankungen wurde eine Häufung im Osten der Stadt beobachtet. Auch 2026 war die Zahl der Legionellen-Infektionen in Innsbruck im Jahresvergleich gestiegen.

Behörden untersuchen 28 mögliche Infektionsquellen

Das Amt für Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen und die Gewerbeaufsicht setzten in Abstimmung mit dem Land Tirol und der AGES umfangreiche Maßnahmen um. Bei einer Meldung leitet das Gesundheitsamt laut Stadt innerhalb von 24 Stunden Schritte zur Analyse und zur Vermeidung weiterer Infektionen ein. Zur Suche nach möglichen technischen Infektionsquellen wurden Winddaten, Wohn- oder Aufenthaltsorte Erkrankter und Satellitenbilder ausgewertet.

Die Analyse ergab 28 mögliche Quellen im Stadtgebiet. Eine davon wurde nach Vorlage regelmäßiger Testergebnisse ausgeschlossen, die übrigen 27 Anlagen überprüften das Gesundheitsamt, die Gewerbeaufsicht und die Chemisch-Technische Umweltschutzanstalt des Landes Tirol. 22 Anlagen waren geschlossene Kühlsysteme, die kein Aerosol erzeugen und daher als Infektionsquelle ausschieden. Aus den übrigen fünf Anlagen wurden Proben genommen und unmittelbar danach eine Reinigung angeordnet.

In zwei Anlagen wurden hohe Keimzahlen sowie Legionellen der Serotypen 2 bis 14 nachgewiesen, die für Menschen ungefährlich sind. Serotyp 1 kann beim Menschen Lungenentzündungen verursachen und ist in Proben mit hoher Keimbelastung technisch schwer nachzuweisen. Sein Nachweis gelang auch hier nicht. Welche Anlage die Infektionen möglicherweise verursacht hat, ließ sich nicht abschließend belegen.

Stadt nennt Schutzmaßnahmen für Heime und Haushalte

Für Senior:innenheime sind umfassende Risikoanalysen der Trinkwasserversorgung durch zertifizierte Trinkwasserhygieniker:innen verpflichtend. Leitungen, die längere Zeit nicht genutzt werden, müssen in allen Heimen alle 72 Stunden gespült werden. Die Betreiber:innen werden regelmäßig an die Hygienestandards erinnert und auf deren Einhaltung überprüft. Kann Legionellenbefall nicht sicher ausgeschlossen werden, werden Duschköpfe kurzfristig mit Filtern ausgestattet. Zur thermischen Desinfektion werden Wasserleitungen mit mindestens 70 Grad Celsius heißem Wasser gespült. Trinkwasseranlagen werden überprüft und bei Bedarf saniert. Warmwasser darf sich nicht an Stellen mit weniger als 55 Grad Celsius ansammeln.

Legionellen können überall auftreten, wo warmes Wasser länger steht oder vernebelt wird. Für Privathaushalte empfiehlt die Stadt, Boiler auf mindestens 60 Grad Celsius einzustellen und Leitungen sowie Wasseraufbereitungsanlagen regelmäßig zu kontrollieren. Eine sogenannte Legionellenschaltung, die das Wasser nur einmal pro Woche ausreichend erhitzt, bietet laut Stadt keinen sicheren Schutz. Die Keimzahl kann bereits nach drei Tagen wieder deutlich ansteigen. Nach längeren Nutzungspausen sollten Leitungen mehrere Minuten mit heißem Wasser durchgespült werden, besonders vor dem Duschen. Auch Kaltwasserleitungen sollen nach einer Unterbrechung ausführlich gespült werden. Luftbefeuchter und andere Geräte, die Aerosole erzeugen können, müssen regelmäßig gereinigt werden.

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