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Tiroler sehen Eigentum für die Mittelschicht als schwer erreichbar

Vier von fünf Tiroler:innen wünschen sich Wohneigentum. Für 73 Prozent sind hohe Immobilienpreise die größte Hürde.

Für 80 Prozent der Befragten ist der Besitz einer Wohnung oder eines Hauses persönlich wichtig. Zugleich bewerten 68 Prozent die Chancen der Mittelschicht, in Tirol Eigentum zu erwerben, als schlecht oder sehr schlecht. Nur 16 Prozent sehen diese Chancen positiv.

Als größte Hürden nennen die Befragten hohe Immobilienpreise (73 Prozent), zu wenig Eigenkapital (60 Prozent), hohe Zinsen (52 Prozent) und hohe Kreditraten (48 Prozent). Von der Politik erwarten sie vor allem Förderungen für Eigentumswohnungen (43 Prozent) und Eigenheime (42 Prozent), steuerliche Begünstigungen (41 Prozent) sowie eine leichtere Kreditvergabe (38 Prozent). Patrick Götz, Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Tirol, sagt, Eigentum bedeute Sicherheit und Unabhängigkeit, gerade im Alter. Er fordert Rahmenbedingungen, die den Aufbau von Eigenkapital erleichtern und Finanzierungen wieder planbar machen.

Viele Befragte legen bereits Geld für die Pension zurück

Nur 41 Prozent sind zuversichtlich, dass die staatliche Pension ihren gewohnten Lebensstandard sichern wird. 51 Prozent beunruhigt der Gedanke an die finanzielle Situation im Alter. Neun von zehn halten private Vorsorge für zunehmend unverzichtbar, 64 Prozent befürworten eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. 42 Prozent legen monatlich mehr als 100 Euro für die Pension zurück, im Vorjahr waren es 34 Prozent. Der Anteil jener, die gar nichts zurücklegen, sank von 21 auf 14 Prozent.

Bei besonders interessanten Anlageformen liegen Gold (40 Prozent), Immobilien (38 Prozent) und das Online-Sparkonto (35 Prozent) vorne. Für die eigene Vorsorge nutzen 49 Prozent ein Sparbuch oder Sparkonto, 39 Prozent eine Lebensversicherung und 29 Prozent einen Bausparvertrag. Studienautor Alexander Zeh von Ipsos Austria erklärt, die Einschätzung interessanter Anlageformen sei nicht dasselbe wie die tatsächliche Veranlagung, die weiterhin stark von Sparprodukten geprägt sei. Zugleich sehe er eine Öffnung in Richtung Kapitalmarkt. 69 Prozent erwarten, dass Wertpapiere für die Altersvorsorge an Bedeutung gewinnen. 48 Prozent wollen in den kommenden drei Jahren stärker investieren.

Mit ihrer Hausbank sind 74 Prozent zufrieden, 70 Prozent vertrauen ihr. Bei Finanzfragen würden 54 Prozent am ehesten ihre Bankberaterin oder ihren Bankberater um Rat fragen. Rund die Hälfte hat bereits Künstliche Intelligenz für Finanzfragen genutzt. Als Ersatz für die persönliche Beratung sieht sie aber nur eine Minderheit. 59 Prozent fordern verpflichtenden Finanzunterricht spätestens ab der Unterstufe.

Ipsos Austria befragte vom 11. bis 29. September 2026 online 300 Tiroler:innen zwischen 16 und 75 Jahren. Die Stichprobe ist nach den wichtigsten soziodemografischen Merkmalen repräsentativ. Im Mittelpunkt der Tiroler Bankenstudie 2026 stehen Wohnen, Vorsorge und Vermögensaufbau.

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