Graz nimmt weiteren Abschnitt der Trinkwasserleitung aus Feldkirchen in Betrieb

Der Abschnitt vom Gasrohrsteg bis zum Wasserwerk Feldkirchen ist seit 21. Oktober in Betrieb. Bis Sommer 2027 folgen weitere Arbeiten.
Kurz gefasst
KI-Zusammenfassung
- Der TL700-Abschnitt in Graz ging am 21. Oktober 2026 in Betrieb.
- Wasserwerk und Leitung decken durchschnittlich rund 15 Prozent des täglichen Grazer Wasserbedarfs.
- Bis zur baulichen Gesamtfertigstellung im Sommer 2027 sind weitere Arbeiten entlang der TL700 vorgesehen.
Der Abschnitt der Transportleitung TL700 zwischen dem Gasrohrsteg und dem Wasserwerk Feldkirchen wurde Mitte Oktober abgeschlossen und am 21. Oktober 2026 in Betrieb genommen. Eine weitere zentrale Bauetappe in der Puntigamer Straße ist ebenfalls fertig und seit einigen Tagen in Betrieb.
Die rund 6,8 Kilometer lange TL700 führt vom Wasserwerk Feldkirchen bis in den Bereich Lagergasse/Karlauergürtel. Ihr Durchmesser beträgt 700 Millimeter. Die Holding Graz investiert von 2025 bis 2028 rund 27 Millionen Euro in die Erneuerung.
Das Wasserwerk Feldkirchen im Süden von Graz liefert Trinkwasser, das über die TL700 ins Stadtgebiet gelangt. Im Durchschnitt decken Wasserwerk und Leitung rund 15 Prozent des täglichen Grazer Wasserbedarfs ab. Bei Spitzenbedarf oder Störfällen kann der Anteil auf bis zu 50 Prozent steigen. Die alte Leitung wurde 1950 errichtet, besteht aus Graugussrohren mit Stemmmuffen und ist mit zunehmendem Alter schadensanfälliger geworden. Ihre Trasse verläuft teilweise über private Grundstücke und nahe an Wohngebäuden. Die Erneuerung soll die langfristige Betriebssicherheit verbessern.
Bauarbeiten verbinden mehrere Infrastrukturprojekte
Bereits 2025 wurden rund 50 Prozent der neuen Leitung zwischen Karlauergürtel und Gasrohrsteg verlegt und in Betrieb genommen. Zwischen der Puntigamer Brücke und der Puchstraße entstand von 7. April bis 3. Juli 2026 eine DN-300-Verbindungsleitung. Sie verbindet die neue Transportleitung mit bestehenden Versorgungsleitungen und stellt die Versorgung des Grazer Westens weiterhin sicher. Die Arbeiten wurden mit einer gleichzeitig errichteten Fernwärmeleitung koordiniert, sodass sich die Infrastrukturvorhaben und ihre verkehrlichen Auswirkungen bündeln ließen.
Entlang des rechten Murradwegs wurde zwischen dem Gasrohrsteg und dem Bereich südlich der A2 auf rund 2,2 Kilometern eine neue Trinkwassertransportleitung verlegt. Im Zuge des Projekts entstanden rund 6.800 Meter Transportleitungen verschiedener Durchmesser, rund 1.300 Meter zusätzliche Versorgungsleitungen und rund 5.000 Meter Leerverrohrungen für Daten- und Stromkabel. Dazu kamen eine rund 4,5 Kilometer lange 20-kV-Stromtrasse, eine etwa 3,3 Kilometer lange Glasfasertrasse und eine rund 3,5 Kilometer lange Beleuchtungstrasse.
Im Straßenraum waren unter anderem rund 120 neue Fundamente für Beleuchtungsmasten sowie Verbesserungen und Anpassungen an Radverkehrsanlagen vorgesehen. Im Bereich Rudersdorf errichtete die Energie Steiermark eine Betonmauer für den Hochwasserschutz.
Bis zur baulichen Gesamtfertigstellung im Sommer 2027 sind weitere Arbeiten entlang der TL700 vorgesehen. In der ersten Jahreshälfte 2027 sollen Rest- und Wiederherstellungsarbeiten sowie Kabelverlegungen für eine Blackoutversorgung des Wasserwerks Feldkirchen erfolgen. Für 2028 ist der Abschluss der Behördenverfahren samt Förderungsabwicklung vorgesehen.
Neben Feldkirchen stützen die Wasserwerke Friesach und Andritz sowie das Hochschwabgebiet die Grazer Trinkwasserversorgung. Mit der TL900 verfügt Graz außerdem über eine zweite große Transportleitung aus dem Norden. Die neuen TL700-Rohre der Tiroler Rohre GmbH bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material und können nach ihrer Nutzungsdauer wieder vollständig recycelt werden. Beim Rückbau der alten Leitung fallen rund 250 Tonnen Gussmaterial an, die aufbereitet und dem industriellen Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Auf rund 1.300 Metern folgt die neue Trasse der alten Leitungsführung, sodass dort der Rückbau der historischen Leitung möglich wird.
Für die neue Trasse müssen rund 80 Bäume entfernt werden. Als Ausgleich sind 190 Neupflanzungen vorgesehen. Fledermäuse und Reptilien aus dem betroffenen Bereich sollen fachgerecht umgesiedelt werden.
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