Verkehrskampagne des Landes startet am 2. November in der Steiermark

Ab 2. November wirbt das Land Steiermark für mehr Rücksicht. 2025 starben 68 Menschen auf steirischen Straßen, 1.333 wurden schwer verletzt.
Kurz gefasst
KI-Zusammenfassung
- Am 2. November 2026 startet das Land Steiermark seine Verkehrssicherheitskampagne.
- 2025 starben auf steirischen Straßen 68 Menschen, 1.333 wurden schwer verletzt.
- Ab 2. November ist die Kampagne mit Plakaten und Citylights in der ganzen Steiermark präsent.
Das Land Steiermark startet am 2. November 2026 die Verkehrssicherheitskampagne „Perspektivenwechsel – Deine Rücksicht sichert Leben“. Sie ruft alle Verkehrsteilnehmer dazu auf, vorausschauend zu handeln und auch mit Fehlern anderer zu rechnen.
2025 kamen auf steirischen Straßen 68 Menschen ums Leben, 1.333 wurden schwer verletzt. Bei 5.599 Unfällen mit Personenschaden verunglückten insgesamt 7.057 Menschen. Häufigste erfasste Unfallursache war Unachtsamkeit oder Ablenkung mit 31,7 Prozent. Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen folgten mit 23,4 Prozent, nicht angepasste Geschwindigkeit mit 15,2 Prozent. An den beiden häufigsten Ursachen setzt die Kampagne an: Aufmerksamkeit und vorausschauendes Verhalten sollen helfen, Gefahren früher zu erkennen und rechtzeitig auf Fehler anderer zu reagieren.
Unter den Schwerverletzten waren 478 Personen mit Fahrrad oder E-Scooter unterwegs, das entsprach 36 Prozent. Die weiteren angeführten Gruppen umfassten 353 Moped- und Motorradlenker sowie 320 Personen im Pkw.
Die Kampagne dreht ihre Botschaften in einer zweiten Phase ins Positive
In der ersten Phase stehen bewusst provokante Aussagen wie „Mein Vorrang war mir wichtiger als dein Leben“ und „Aufs Handy zu schauen war mir wichtiger als dein Leben“ im Mittelpunkt. In der zweiten Phase werden diese Sätze ins Positive gewendet: „Dein Leben war mir wichtiger als mein Vorrang“ und „Dein Leben war mir wichtiger als aufs Handy zu schauen“. Die Botschaften sollen aufrütteln und zeigen, welche Folgen alltägliche Entscheidungen im Straßenverkehr haben können.
Ein Beispiel veranschaulicht den Appell: Ein Autofahrer fährt bei Grün in eine Kreuzung, während ein anderer Verkehrsteilnehmer seinen Weg kreuzt, weil er das Rotlicht übersehen hat. Wer mit solchen Fehlern rechnet, kann einen Zusammenstoß unter Umständen noch verhindern. Rücksicht soll Verkehrsregeln ergänzen, nicht ersetzen.
Ab 2. November ist die Kampagne mit Plakaten und Citylights in der ganzen Steiermark präsent. Dazu kommen Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Online-Banner sowie Beiträge auf Facebook, Instagram, YouTube und TikTok. „Perspektivenwechsel“ gehört zum Steirischen Verkehrssicherheitsprogramm 2026+, das das Land im Mai 2026 als sein viertes Verkehrssicherheitsprogramm vorgelegt hat. Es enthält Strategien und Maßnahmen, um Zahl und Schwere der Unfälle auf steirischen Straßen dauerhaft zu senken.
Verkehrsexpertin und Polizei setzen auf mehr Rücksicht
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer hält Regeln und Infrastruktur allein für nicht ausreichend. Sicherheit entstehe auch dadurch, wie Menschen miteinander umgehen. Ihr Ziel sei, dass alle Menschen in der Steiermark sicher nach Hause kommen, unabhängig davon, ob sie zu Fuß, mit dem Rad, Motorrad, Bus oder Auto unterwegs sind. Maria Knauer-Lukas, Verkehrssicherheitsexpertin in der Abteilung 16, Verkehr und Landeshochbau, sagt, die Kampagne stelle Regeln und Vorrang nicht infrage. Es gehe um mehr Rücksicht und vorausschauendes Handeln. Rechtzeitiges Bremsen könne gefährliche Situationen entschärfen, auch wenn man Vorrang habe.
Oberst Kurt Lassnig, Leiter der Landesverkehrsabteilung in der Landespolizeidirektion Steiermark, sagt, ein Zusammenstoß wäre bei Unfallaufnahmen möglicherweise vermeidbar gewesen, wenn sich ein Beteiligter trotz Vorrangs vorausschauend verhalten hätte. Kontrollen blieben wichtig, Bewusstseinsbildung sei ein weiterer zentraler Punkt. Die Verkehrspolizei investiere bis zu einem Drittel der Dienstzeit in präventive Arbeit, besonders in die Verkehrssinnbildung junger Verkehrsteilnehmer. In Schulen thematisiere sie etwa den „toten Winkel“ bei Lkw. Kinder könnten dabei auch am Fahrersitz Platz nehmen.
Fehler entdeckt? So gehen wir mit Fehlern um
Lass Deine Reaktion da
Beitrag melden
Wähle einen Grund aus und beschreibe, was nicht passt oder neu dazugekommen ist.
Foto oder Video senden
Sende der Redaktion ergänzende Bilder oder ein Video zum Beitrag. Videos werden in der Redaktion geprüft und nicht automatisch veröffentlicht.
Kommentare
Die Reihenfolge berücksichtigt Likes, Dislikes, Antworten und Aktualität.
Öffne diesen Beitrag in der Nachrichten.jetzt-App und schreib Deine Meinung dazu.
Die App ist kostenlos für iPhone und Android verfügbar.
Am Laptop zeigt Dir der Button einen QR-Code für den passenden App-Store.