Wien beschließt neue Straßen-, Platz- und Parknamen
Bild mit KI erstellt Die neuen Namen reichen von Jane Goodall und Tina Turner bis zu Menschen, die gegen das NS-Regime Widerstand leisteten oder verfolgt wurden.
Am 6. Oktober wurden in Wien neue Namen für zahlreiche Straßen, Plätze und Parks beschlossen. Sie würdigen Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft sowie Menschen, die gegen den Nationalsozialismus Widerstand leisteten oder vom NS-Regime verfolgt und vertrieben wurden.
Besonders viele neue Namen wurden für die Donaustadt beschlossen.
Donaustadt erhält neue Namen für Kunst und Kultur
Im Stadtquartier Eibengasse soll ein Platz nach Otto Schenk benannt werden. Der Schauspieler, Theater- und Opernregisseur war früher Direktor des Theaters in der Josefstadt. Elisabeth Orth, Doyenne und Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters, erhält eine eigene Gasse. Eine Allee soll an den langjährigen Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek erinnern, eine Gasse an die Film- und Theaterlegende Waltraut Haas. Der langjährige Moderator und Entertainer Peter Rapp erhält einen eigenen Weg.
In der Seestadt Aspern wurde die Benennung einer Straße nach Jane Goodall beschlossen, der Verhaltens- und Primatenforscherin sowie Tier- und Naturaktivistin. Eine Promenade soll künftig den Namen der Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Tina Turner tragen.
In Floridsdorf wurde die Benennung eines Parks nach Gerald Pichowetz beschlossen. Der Wiener Schauspieler und Regisseur gründete dort das Gloria-Theater. Die bisher umgangssprachlich als Hamerlingpark bezeichnete Anlage in der Josefstadt soll künftig an die in Wien geborene Exil-Schriftstellerin und Übersetzerin Lore Segal erinnern. In der Leopoldstadt wurde die Würdigung der 1927 in Wien geborenen Malerin Soshana mit dem Soshanaplatz beschlossen. Sie wurde vom NS-Regime vertrieben.
Neue Namen erinnern an Verfolgung und Widerstand
In Liesing soll der Käthe-Sasso-Weg an die Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime und Zeitzeugin erinnern. Die Wienerin starb 2024 und setzte sich über viele Jahre für die Erinnerung an Widerstand und Verfolgung ein. Ein Park in der Leopoldstadt soll künftig nach der vom NS-Regime verfolgten Wiener Leistungsschwimmerin Ruth Langer benannt werden. Der Anna-Peczenik-Park erinnert an die Kindergärtnerin, Spanienkämpferin und Widerstandskämpferin Anna Peczenik, die 1944 vom NS-Regime ermordet wurde.
Der Amalia-Carneri-Park erinnert an die Sängerin Amalia Carneri, die 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. In Penzing soll der Emilie-Tolnay-Park künftig an die Widerstandskämpferin Emilie Tolnay erinnern, die 1944 vom NS-Regime im Wiener Landesgericht hingerichtet wurde. In der Donaustadt wurde außerdem die Benennung eines Weges nach David Josef Bach beschlossen. Der Musikschriftsteller und Volksbildner des Roten Wien wurde 1939 ins Exil vertrieben.
Der bisher Wiental-Steg genannte Übergang zwischen Margareten und Mariahilf soll künftig Regenbogensteg heißen. Die Stadt sieht den Namen als Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung und als Verweis auf die historische Bedeutung der LGBTIQ-Community in beiden Bezirken. Für den Vorplatz des ÖFB-Campus in der Donaustadt wurde der Name Platz des Fußballs beschlossen. Im Stadtentwicklungsgebiet Biotop Wildquell in Liesing wurden Am Nussbrunnenfeld und Am Wildquell als Namen beschlossen. Sie greifen historische Flurnamen des Gebiets auf.
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