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Personen stehen auf einem Steg neben einer Betonwand und einem Geländer.

Die sechs Rückhaltebecken fassen nun mehr als 1,2 Millionen Kubikmeter und sind für ein statistisch alle 5.000 Jahre auftretendes Hochwasser ausgelegt.

Die Stadt Wien hat die sechs Rückhaltebecken in Auhof saniert. Ihre Wehrmauern wurden auf einer Länge von 1,2 Kilometern um bis zu einen Meter erhöht.

Auch die sechs Wehrschwellen wurden saniert und um 50 Zentimeter erhöht. Insgesamt fassen die Becken nun mehr als 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser und sind für ein Hochwasser ausgelegt, das statistisch alle 5.000 Jahre vorkommt.

Beim Hochwasser 2024 erreichten die Becken ihre Kapazitätsgrenze

Die sechs Becken liegen auf einem 37 Hektar großen Areal zwischen dem Lainzer Tiergarten und der Westbahnstrecke, direkt an der Einmündung des Mauerbaches in den Wienfluss. Bei Hochwasser halten sie Wasser zurück und entlasten so den Wienfluss im dicht bebauten Stadtgebiet. Erst wenn der Pegel im innerstädtischen Bereich ausreichend gesunken ist, wird das gespeicherte Wasser kontrolliert abgeleitet.

Beim Rekordhochwasser im September 2024 stießen die Rückhaltebecken erstmals an ihre Kapazitätsgrenze. Der Wienfluss führte innerhalb weniger Stunden bis zu 440.000 Liter Wasser pro Sekunde, unter normalen Bedingungen sind es in diesem Bereich rund 200 bis 500 Liter pro Sekunde. Die bestehenden Schutzmaßnahmen bewältigten damals ein 1.000-jährliches Hochwasser.

Die Erhöhung sollte auch sensible Infrastruktur wie die U-Bahn-Linie U4 absichern. Bei der Sanierung wurden historische Bauteile nach den Vorgaben des Bundesdenkmalamts instandgesetzt, darunter historische Bedienungsstege. Rund 2.500 Meter historische Geländer wurden wiederhergestellt.

Wien verstärkt weitere Schutzanlagen entlang der Gewässer

Im Zuge der Arbeiten wurden rund 11.000 Kubikmeter Beton verbaut. Außerdem erneuerte die Stadt Ufersicherungen und setzte Maßnahmen zur Sicherung der bestehenden Bausubstanz um.

Für besiedelte Gebiete gilt in Österreich als standardmäßiges Hochwasserschutzziel der Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser. Nach der Sanierung liegt das Schutzniveau am Wienfluss laut Stadt 50-fach über der gesetzlichen Vorgabe. Die Anlage war bereits bei ihrer Errichtung vor mehr als 120 Jahren auf das Zehnfache dimensioniert.

Auch beim Donaukanal wurde die Hochwassermauer zur U-Bahn hin verstärkt, um einem möglichen Rückstau vorzubeugen. In der Ludwiggasse in Wien-Penzing errichtete die Stadt eine neue Schutzmauer für Anrainerinnen und Anrainer besonders betroffener Gebiete.

Hochwässer am Wienfluss und an den Wienerwaldbächen sind laut Stadt schwer vorherzusagen. Kleinräumige Starkregen können kurzfristig und örtlich begrenzt auftreten, während Bodenfeuchte, Gelände und Versiegelung die Prognose zusätzlich erschweren. Zwischen 2007 und 2020 wurden an mehreren Bächen Hochwasserschutz-Rechen errichtet, darunter am Eckbach, Alsbach, Rosenbach, Wurzbach, Halterbach und Gütenbach. Das Rückhaltebecken Nesselbach entstand zwischen 2016 und 2018.

Nach den Hochwasserereignissen 2024 führte die Stadt insbesondere am Mauerbach und Liesingbach Räumungs- und Sanierungsarbeiten durch. Das Rückhaltebecken am Kräuterbach samt Hochwasserschutzmauer wurde 2025 fertiggestellt. Für 2026 sind unter anderem ein neuer Rechen am Lainzerbach und der Ankauf von Liegenschaften für ein Rückhaltebecken am Petersbach vorgesehen. Dieses soll später für den Schutz vor einem bis zu 100-jährlichen Hochwasser geplant und gebaut werden. Ein weiterer Rechen am Mauerbach ist in Vorbereitung.

Am Liesingbach verbindet Wien technische und natürliche Maßnahmen

Der Liesingbach fließt auf 18 Kilometern durch Wien und weist aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten starke Schwankungen beim Wasserstand auf. Drei Rückhaltebecken in Alterlaa, Inzersdorf 1 und Inzersdorf 2 können bei Hochwasser bis zu 300.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen.

Beim Projekt „Integrativer Hochwasserschutz Liesingbach“ wird das hart verbaute Flussbett abschnittsweise aufgebrochen und renaturiert. Dadurch soll das Gewässer mehr Raum erhalten und sich bei hohem Wasserstand kontrolliert ausbreiten können. Das Projekt schafft laut Stadt außerdem ein Erholungsgebiet sowie Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

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