Wien fordert Regeln zur Stilllegung nicht mehr benötigter Gasnetze
Bild mit KI erstellt Jürgen Czernohorszky fordert die rasche Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoffpakets. Im September stiegen die Haushaltsenergiepreise um 15,1 Prozent.
Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky fordert, nicht mehr benötigte Gasnetze stillzulegen. Die Gasnetzkosten sind erneut gestiegen. In Wien nahmen sie weniger stark zu als in anderen Bundesländern, stellen laut Czernohorszky aber auch für Wiener Haushalte eine Mehrbelastung dar.
Czernohorszky drängt den zuständigen Bundesminister Hattmannsdorfer, rasch das EU-Gas- und Wasserstoffpaket umzusetzen. Damit soll die Grundlage für die Stilllegung entstehen. Der Stadtrat bezeichnet die Stilllegung unwirtschaftlicher Gasnetze als eine der wichtigsten Maßnahmen, um steigende Netzkosten bei gleichzeitig steigenden Gas- und Ölpreisen zu vermeiden.
Die Preise für Haushaltsenergie stiegen im September um 15,1 Prozent. Die Stadt nennt fossile Energieträger als Treiber.
Für langfristige Preisstabilität könne die Netzstilllegung vor allem gemeinsam mit einem Aus für fossile Energie sorgen, sagt Czernohorszky. Er verbindet den Gasausstieg mit mehr Sicherheit und Kontrolle über die Energiepreise. Solange man fossil heize und von ausländischen Energielieferanten abhängig sei, müsse man mit starken Preisschwankungen rechnen.
Der Rückgang der Wiener Treibhausgasemissionen beschleunigte sich
Seit 2005 sind die Treibhausgasemissionen innerhalb der Wiener Stadtgrenzen von 8,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auf 5,9 Millionen Tonnen gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 30 Prozent.
Besonders seit dem Beschluss des Wiener Klimafahrplans im Jahr 2022 hat sich die Verringerung beschleunigt. Im Zeitraum 2019 bis 2024 war sie fast dreimal so hoch wie in den 15 Jahren davor. In der Strom- und Fernwärmeerzeugung betrug der Rückgang 46 Prozent, im Gebäudesektor 41 Prozent.
In den vergangenen 20 Jahren stieg die Erzeugung erneuerbaren Stroms um rund 50 Prozent. Im selben Zeitraum ging die fossile Produktion um 45 Prozent zurück. Der Endenergieverbrauch pro Kopf lag im Vergleich zu 2005 um rund 33 bis 35 Prozent niedriger.
Wien hält am Ziel der Klimaneutralität bis 2040 fest
Die öffentliche Auflage des Wiener Klimafahrplans hat kürzlich begonnen. Wien setzt auf Klimaneutralität bis 2040 und hat dieses Ziel im ersten Klimagesetz Österreichs festgelegt. Der Klimafahrplan wird im Frühjahr erstmals fortgeschrieben. Klimaneutralität bleibt dabei im Fokus. Zu den weiteren Schwerpunkten zählen unter anderem Hitzeschutz und Kreislaufwirtschaft.
Für die Klimaziele sieht die Stadt auch auf Bundesebene Regelungsbedarf. Sie nennt Konkretisierungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes und des Mineralrohstoffgesetzes sowie Änderungen im Mietrechtsgesetz, im Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz und im Wohnungseigentumsgesetz 2002. Außerdem führt sie ein „Right-to-Plug“ (Recht auf Ladeinfrastruktur) auch im Miet- und Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz, die Prüfung von „Zero-Emission-Zonen“ und eine Reform des Abfallwirtschaftsgesetzes an.
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