Beim Goldegg Verlag beginnt in Wien ein Sanierungsverfahren
KI-Bild 150 Gläubiger sind betroffen. Der angebotene Sanierungsplan sieht für sie eine Quote von 20 Prozent vor, zahlbar binnen zwei Jahren.
Am 3. November 2026 leitete das Handelsgericht Wien für die Goldegg Verlag GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ein. Betroffen sind 150 Gläubiger.
Elf Personen gehören zur Belegschaft der Gesellschaft. Ihre Geschäftsfelder sind die Verlagsbranche sowie der Handel mit Büchern. Im von ihr selbst gestellten Antrag beschreibt sie sich als eigenständigen Verlag für Sachbücher. Das Verlagsprogramm umfasst Bücher zu Gesundheit und Leben, Sinn und Spiritualität, Unterhaltung, Karriere und Wirtschaft sowie Politik und gesellschaftlichen Themen. Als Leitgedanke nennt der Antrag „Bewusst leben – bewusst lesen“.
Zum Stichtag 31. August 2026 nennt der Antrag eine Gesamtsumme von 0,8 Millionen Euro für offene Zahlungsverpflichtungen und Rückstellungen. Der Antrag begründet die fehlende Fähigkeit, Verbindlichkeiten zu begleichen, mit gescheiterten Bemühungen um eine außergerichtliche finanzielle Neuordnung.
Zur Krise dürften neben der angespannten Lage im Verlagssektor auch Rücknahmeverpflichtungen gegenüber bedeutenden Abnehmern beigetragen haben. Auch bei Gesprächen mit möglichen Investoren soll keine Einigung zustande gekommen sein.
Der Betrieb soll weiterlaufen
Den Gläubigern stellt der Plan 20 Prozent in Aussicht. Für die Zahlung ist ein Zeitraum von zwei Jahren vorgesehen. Die Mittel zur Erfüllung des Plans sollen aus dem laufenden Betrieb des Unternehmens kommen. Der Alpenländische Kreditorenverband beurteilt, ob der Plan praktisch umsetzbar ist. Außerdem will er untersuchen, ob Änderungen am angebotenen Zahlungsmodell möglich sind und wie es sich aufwerten ließe. Aus Sicht des Verbands bleibt der Vorschlag auf das gesetzlich verlangte Mindestmaß beschränkt.
Als Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Günther Hödl bestellt. Forderungen können bereits über den AKV angemeldet werden. Die Anmeldefrist endet am 30. Dezember 2026. Die Prüfungstagsatzung und die Sanierungsplantagsatzung sind für den 13. Jänner 2027 angesetzt.
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