Lkw-KV-Runde endet ohne Einigung, vida fordert 3,3 Prozent
KI-Bild Die erste KV-Runde blieb ohne Ergebnis. Die vida verlangt für rund 50.000 Lkw-Lenker:innen 3,3 Prozent Teuerungsausgleich.
Die erste Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag im österreichischen Güterbeförderungsgewerbe brachte für rund 50.000 Lkw-Lenker:innen kein Ergebnis. Zwischen der Gewerkschaft vida und der Arbeitgebervertretung der Wirtschaftskammer (WKÖ) besteht weiterhin ein erheblicher Abstand.
Nach Darstellung der vida zielt die Arbeitgeberseite mit ihren Plänen darauf ab, die Arbeitsbedingungen erheblich zu beeinträchtigen. Verhandlungsleiter Markus Petritsch sagte, die WKÖ habe die Abgeltung der durchschnittlichen Teuerung von 3,3 Prozent verweigert. Die vida hält eine Anpassung an die Teuerung bei jeder Vereinbarung für unverzichtbar. Petritsch sagte: „Lohnzurückhaltung macht im Geschäft für die Beschäftigten nichts billiger. Weder die Mieten noch die Treibstoffpreise sinken, wenn die Beschäftigten keinen Teuerungsausgleich bekommen.“
vida kritisiert geplante Änderungen bei Zuschlägen und Freizeit
Nach Darstellung der vida sähen die geplanten Regeln für Überstunden praktisch keinen Zuschlag mehr vor. Außerdem soll der Arbeitgeber Zeitausgleich auch allein festlegen dürfen. Dadurch könnten die Beschäftigten ihre ohnehin schwer zu organisierende Freizeit noch schwieriger verlässlich einteilen.
Petritsch kritisiert auch den Plan, die Schadenshaftung der Fahrer:innen für Schäden an Lkw auszuweiten. „Das unternehmerische Risiko gehört nicht auf den Schultern der Beschäftigten abgeladen“, sagte er.
Die Gewerkschaft vida bringt die WKÖ-Vorhaben mit dem Bestreben der Unternehmen in Verbindung, den Beruf des Lkw-Lenkers in die Mangelberufsliste aufnehmen zu lassen. Anil Zümrüt, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße, sagte: „Wenn die Bedingungen schlechter werden, wird es noch schwerer, in Österreich Fahrerinnen und Fahrer zu finden.“ Er bezeichnete bessere Arbeitsbedingungen als den richtigen Weg. „Mit niedrigeren Standards und Arbeitskräften aus dem Ausland löst man den Fahrermangel nicht“, sagte Zümrüt.
Laut vida besteht in Österreich eine Lücke von rund 8.000 Lkw-Fahrer:innen. Bei den aktiven Lenker:innen entfällt ein Drittel auf die Altersgruppe über 55 Jahre. Jährlich büßt die Branche rund 2.000 Lenker:innen ein. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. November angesetzt.
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