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Personen sitzen an einem Tisch mit Mikrofonen und Namensschildern; ein Bildschirm zeigt ein Gebäude am Wasser.

In den kommenden zwei Jahren sind 32 Hochwasserschutzprojekte geplant. Seit 2024 wurden weitere 35 fertiggestellt und 37 begonnen.

Kurz gefasst

KI-Zusammenfassung
  • Niederösterreich setzt 160 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen ein.
  • Seit 2024 wurden 35 Projekte abgeschlossen und bei 37 die Umsetzung begonnen.
  • Die Erhebung soll bis Ende 2026 enden, die wissenschaftliche Auswertung 2027 beginnen.

Für die kommenden zwei Jahre sind in Niederösterreich 32 Hochwasserschutzprojekte geplant. Seit 2024 wurden 35 weitere Projekte abgeschlossen. Im selben Zeitraum lief bei 37 Projekten die Umsetzung an. Das Land Niederösterreich setzt 160 Millionen Euro für Hochwasserschutzmaßnahmen ein, darunter Vorhaben an der Pielach, der Perschling, am Donaugraben, an der Schwechat und an der Großen Erlauf.

Ein Drittel der Hochwasserschutzmittel solle der Speicherung und Zurückhaltung von Wasser dienen, sagte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Pernkopf führte die bisherige Wirkung darauf zurück, dass die Projekte noch schwerwiegendere Folgen verhindert hätten. Daher werde der Hochwasserschutz weiter ausgeweitet. Die Pressekonferenz bot Einblick in das Wasserbaulabor DREAM, das die Gäste dort auch selbst erkunden konnten. Pernkopf bezifferte den finanziellen Anteil des Landes Niederösterreich am Projekt mit 4,5 Millionen Euro. Er bezeichnete die Forschung im Maßstab 1:1 als weltweit einzigartig. Die Forschungsergebnisse sollen vier Anliegen fachlich untermauern: einen modernen Hochwasserschutz, sichere Schifffahrt, nachhaltige Wasserkraftnutzung und die ökologische Weiterentwicklung der Flüsse.

Bürgerinnen und Bürger steuern Belege zu Hochwasserereignissen bei

Das Citizen-Science-Projekt geht auf das extreme Hochwasser 2024 zurück. Gertrud Haidvogl zufolge könnten Messdaten von Pegeln außergewöhnliche Hochwasserereignisse gelegentlich nicht abbilden. Um frühere Hochwasserereignisse einzuordnen, können Fotografien, Hochwassermarken, Chroniken und weitere Aufzeichnungen wertvolle Anhaltspunkte geben.

Rund 270 Gemeinden, die beim Hochwasser 2024 betroffen gewesen waren und über Messstationen zur Erfassung von Wasserständen verfügen, erhielten im Rahmen des Projekts eine Anfrage. Rund 100 Personen haben historische Dokumente und Informationen bereitgestellt. Hochwassermarken seien besonders aufschlussreich, sagte Haidvogl: Sie erlaubten Rückschlüsse auf frühere Wasserstände und erleichterten die Einschätzung, wie häufig extreme Überschwemmungen auftreten. Die Erhebung des Materials soll bis Ende 2026 beendet sein, 2027 soll die wissenschaftliche Auswertung beginnen. Aus der Bevölkerung können nach wie vor Informationen beigesteuert werden.

Helmut Habersack vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der BOKU verwies auf die Bilanz der bisherigen Hochwasserschutzmaßnahmen: Viele Schäden seien dadurch ausgeblieben, die Maßnahmen hätten sich bewährt. Der Klimawandel lasse die Gefahr steigen, weshalb die Maßnahmen weiterentwickelt werden müssten. Die Forschung befasse sich auch damit, Fließgewässer resilienter zu gestalten und zu untersuchen, wie breit Flüsse künftig sein müssten. Habersack verwies zudem auf Maßnahmen in der Raumordnung und die Einbindung der Bevölkerung. Hochwasserereignisse würden dokumentiert, bei festgestellten Defiziten setze die Forschung an und ihre Erkenntnisse flössen wieder in die praktische Umsetzung ein.

Forschende untersuchen Trinkwasserqualität und Gesundheit

Assistenzprofessorin Claudia Kolm vom Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems zufolge ist Österreich europaweit eines der Länder, die ihre Rohwasserressource zu fast 100 Prozent aus Grund- und Quellwasser speisen. Für die hohe Qualität seien neben dem Schutz der Wasserressourcen auch die Wartung der Infrastruktur, Vorsorge und Planung entscheidend. Ein neuer Fachbereich beschäftigt sich mit der Erkennung von Krankheitserregern und Antibiotikaresistenzen, der langfristigen Sicherung der Wasserqualität und deren Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

In Kolms Forschungsbereich werden unterschiedliche Szenarien untersucht und modelliert, darunter die Frage, wie sich aus einem Fluss wie der Donau sicheres Trinkwasser gewinnen lässt. Ein gemeinsames Projekt mit dem Österreichischen Bundesheer befasst sich mit mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die das Bundesheer betreibt. Bei einem Ausfall der bestehenden Infrastruktur können diese Anlagen rasch an betroffene Orte gebracht werden, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Anlagenbetreiber sollen während der Aufbereitung erkennen können, ob die Wasserqualität den Anforderungen der österreichischen Trinkwasserverordnung entspricht oder sie gegensteuern müssen. Nach Angaben Pernkopfs sind 200 Projekte in Bau, 300 in der Pipeline und 100 Trinkwasser- und Regenwasserpläne bereits ausgearbeitet.

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