Rom untersucht mögliche weitere Beteiligte am Pasolini-Mord
KI-Bild Nach einer Anzeige prüft die Staatsanwaltschaft in Rom, ob weitere Personen an Pier Paolo Pasolinis Tötung beteiligt waren.
Die Staatsanwaltschaft in Rom hat den Fall Pasolini wieder aufgenommen. Nun soll geklärt werden, ob noch andere Personen an der Tötung mitwirkten.
Den Anstoß gab eine Anzeige des Anwalts Stefano Maccioni. In seinem Antrag begründete er das Ersuchen um eine neuerliche Untersuchung mit DNA-Spuren aus dem Jahr 2010.
Frühere Urteile ließen Fragen zu möglichen Beteiligten offen
Pier Paolo Pasolini kam in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1975 in Ostia, einem Küstenort bei Rom, gewaltsam ums Leben. Giuseppe Pelosi war damals 17 Jahre alt. Pelosi räumte bereits am Tag nach der Tat ein, Pasolini getötet zu haben. 1976 verurteilte ihn ein Gericht wegen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft.
Das erste Urteil ging davon aus, dass Pelosi nicht allein gehandelt hatte. Die Verurteilung blieb auch im Berufungsverfahren bestehen, während eine mögliche Mitwirkung weiterer Personen ungeklärt blieb. Das Urteil blieb auch vor Italiens höchstem Gericht bestehen. Jahre später nahm Pelosi seine frühere Aussage zurück. Als Grund nannte er, dass man ihn zu diesem Geständnis gedrängt habe. Pelosi kam 1983 auf Bewährung frei. Eine Krebserkrankung kostete ihn 2017 mit 58 Jahren das Leben.
Die Staatsanwaltschaft gab den früher gestellten Anträgen aus den Jahren 2016 und 2023 auf Wiederaufnahme der Ermittlungen nicht statt. Für ein Tatmotiv aus dem Bereich der Politik fehlt bislang die Bestätigung. Sein letzter Film „Die 120 Tage von Sodom“ war der Grund, aus dem rechtsextreme Organisationen Pasolini mit dem Tod bedrohten. Die Mussolini-Diktatur der Jahre 1944 bis 1945 griff er in diesem Film kritisch auf. Der italienische Schriftsteller und Filmemacher Pasolini erlangte auch als linker politischer Kommentator Bekanntheit.
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