Wiener Petitionsausschuss berät über Hundezonen, Spielplätze und Verkehr
KI-Bild Der Ausschuss behandelte drei Petitionen zu Hundezonen, drogenfreien Spielplätzen und mehr Platz für aktive Mobilität auf der Engerthstraße.
Kurz gefasst
KI-Zusammenfassung
- Der Petitionsausschuss behandelte im Wiener Rathaus drei Anliegen zu Stadtplanung und Verkehr.
- In der Donaustadt leben rund 10.000 registrierte Hunde.
- Die Empfehlungen sollen in der nächsten nicht öffentlichen Sitzung beschlossen werden.
Der Gemeinderatsausschuss für Petitionen tagte am Freitag, 6. November 2026, öffentlich im Wiener Rathaus. Auf der Tagesordnung standen drei Anliegen: mehr Hundezonen und Hundebadeplätze, drogenfreie Spielplätze in Mariahilf und eine Neuaufteilung des Verkehrsraums auf der Engerthstraße.
Petitionseinbringerin Barbara Prucha sagte, Hunde kämen in der Planung der wachsenden Stadt kaum vor. Anlass für ihr Anliegen sei der eingezäunte Badeteich Süßenbrunn gewesen, zu dem Hunde seit einiger Zeit keinen Zugang mehr zum Wasser hätten. In der Donaustadt sei der Mangel an Hundezonen besonders sichtbar. Der flächenmäßig größte Wiener Bezirk wachse am stärksten, dort lebten rund 10.000 registrierte Hunde.
Petitionen fordern sichere Freiräume und mehr Platz für den Verkehr
Pruchas Petition verlangt, bestehende Hundezonen und Hundebadeplätze zu erhalten und zu verbessern, etwa mit ausreichend Tränken. Außerdem sollen alle Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Räume systematisch in die Stadtplanung einbezogen und faire Lösungen gefunden werden. Die Petition fordert auch mehr Aufenthaltsqualität für Mensch und Tier sowie Bürgerinnen und Bürger, die bei der Umgestaltung bestehender Freiräume mitwirken.
Johanna Primik brachte das Anliegen zu drogenfreien Spielplätzen in Mariahilf vor. In der Nähe des Suchtzentrums in der Gumpendorfer Straße sei Drogenkonsum in Parks, auf Spielplätzen und in öffentlichen WC-Anlagen keine Seltenheit. Spritzen, leere Fläschchen und andere Rückstände würden in Bereichen gefunden, die Kindern als sichere Rückzugsorte dienen sollten. Die Petition fordert tägliche Kontrollen und Reinigung der Spielplätze und Parkanlagen, über die die Stadt verfügen kann, besonders in Bezirken mit bekannten Sucht-Hotspots. Sie verlangt außerdem mehr Präsenz städtischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Sicherheitskräfte, und Kampagnen, damit Gefahrenquellen rascher gemeldet und beseitigt werden können.
Primik bewertete Veränderungen im Fritz-Imhoff-Park seit Einbringung der Petition positiv: Dazu zählten ein erhöhter Zaun, die Einrichtung und Verlängerung einer Schutzzone, häufigere Reinigungen, zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten, unter anderem für Drogenspritzen, und das Zusperren des Parks bei Einbruch der Dunkelheit. Die Petition fordert dennoch eine Ausweitung der Schutzzone, weitere bauliche Maßnahmen und eine Diskussion über den Standort des Zentrums Jedmayer. Lösungen sollten auch über Mariahilf hinaus möglich sein.
Petitionseinbringer Markus Steenbock bezeichnete die Engerthstraße als wichtige Nord-Süd-Achse vom Friedrich-Engels-Platz in der Brigittenau bis zum Ernst-Happel-Stadion in der Leopoldstadt. Die bestehende Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr erfülle nicht die gängigen Standards für Sicherheit und Komfort. Bei einer Straßenbreite von rund 28 Metern seien im Schnitt weniger als sieben Meter für aktive Mobilität nutzbar. Drei Viertel der Straße seien dem fahrenden, vor allem aber dem ruhenden motorisierten Verkehr vorbehalten. Der schmale Zweirichtungsrad- und Fußweg auf der Donauseite führe laut Petition zu Behinderungen und Konflikten sowie zu einem verminderten Sicherheitsgefühl. Gefordert werden mehr Platz fürs Radfahren, Zufußgehen und Verweilen sowie die Beseitigung und Modernisierung unsicherer Stellen und Kreuzungen. Eine Änderung der Parkordnung von Quer- zu Schräg- und Längsparkplätzen könnte Raum für aktive Mobilität, konsumfreie Aufenthaltsbereiche, Begrünung und Schanigärten schaffen.
Empfehlungen werden später nicht öffentlich beschlossen
Die Empfehlungen zu den drei Petitionen sollen in der nächsten nicht öffentlichen Sitzung beschlossen und danach den Einbringerinnen und Einbringern schriftlich mitgeteilt werden. Die nächste öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses findet voraussichtlich am Freitag, 15. Jänner 2027, um 12.30 Uhr im Rathaus statt.
Der Petitionsausschuss besteht seit 2013 und setzt sich aus Gemeinderätinnen und Gemeinderäten aller im Wiener Gemeinderat vertretenen Fraktionen zusammen. Wienerinnen und Wiener, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, können unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit Anliegen einbringen. Petitionen werden ab 500 Unterstützerinnen und Unterstützern im Ausschuss behandelt. Bisher eingebrachte Petitionen sind online abrufbar. Petitionen können dort mit ID Austria auch online unterstützt oder eingebracht werden.
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