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Ein rot-weißer Zug mit Cityjet-Aufschrift steht neben verzweigten Gleisen und Oberleitungen.

Die Pünktlichkeit im Nordabschnitt der Wiener Stammstrecke stieg in den vergangenen sechs Wochen deutlich. Dort ist ETCS seit Anfang September in Betrieb.

Seit Anfang September wird auf dem Nordabschnitt der Wiener Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf ausschließlich ETCS Level 2 eingesetzt. Das European Train Control System (ETCS) ist damit zum ersten Mal allein auf einer österreichischen Nahverkehrsstrecke im Einsatz. Die bisherigen Erfahrungen im Alltag zeigen laut ÖBB, dass das neue Zugsicherungssystem zu einem stabilen S-Bahn-Betrieb beiträgt. Die Pünktlichkeit im Nordabschnitt verbesserte sich in den sechs Wochen merklich.

Die Triebfahrzeugführer empfangen im Führerstand die für den jeweiligen Zuglauf erforderlichen Angaben elektronisch. Für die Steuerung der Züge braucht es auf diesem Abschnitt keine herkömmlichen Lichtsignale mehr. ETCS gleicht fortlaufend das Zugtempo mit dem zulässigen Wert ab und prüft, ob der Zug auf der freigegebenen Route bleibt. Das System kann eine effizientere Auslastung der bestehenden Schieneninfrastruktur erlauben. Damit lässt sich auch ein engerer Takt auf der Strecke ermöglichen. Auch neue Cityjet-Doppelstockzüge fahren auf der Wiener Stammstrecke. Bei ausgedehnten Erprobungen mit den neuen Cityjet-Doppelstockzügen ging es darum, ihre sichere und verlässliche Fahrt mit ETCS zu prüfen.

Im Abschnitt Wien Hauptbahnhof/Wien St. Marx–Wien Praterstern setzt sich die umfangreiche Erneuerung fort. Zum Umbau gehören längere Bahnsteige sowie Erneuerungsarbeiten an Bau- und Tragwerken und der Schieneninfrastruktur. Auch die Zugsicherung wird digitalisiert. Mit dem Ende des Upgrades, das für Ende 2027 vorgesehen ist, nutzt die gesamte Stammstrecke ETCS. Als gemeinsames Ziel für den Nahverkehr in Wien und der gesamten Ostregion nennen die ÖBB bis Ende 2027 mehr Sitzplatzkapazität, einen stabileren Betrieb und eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur.

Auf Neubaustrecken wie der Koralmbahn kommt bereits ausschließlich ETCS Level 2 zum Einsatz. Schritt für Schritt soll das System bis 2038 im gesamten stark belasteten Streckennetz eingesetzt werden. Die Umsetzung wird durch EU-Fördermittel unterstützt. Die Gesamtsumme aus zwei Förderaufrufen bei Connecting Europe Facility beträgt 94,3 Millionen Euro.

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